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Kugelstoßer und 100-Kilo-Mann Sogelau Tuvalu versuchte sich im 100-Meter-Lauf © getty

Kugelstoßer Sogelau Tuvalu versucht sich im 100-m-Lauf und scheitert kläglich. Der 17-Jährige kämpft mit einigen Handicaps.

Von Hardy Heuer

München - Der Jamaikaner Yohan Blake hat bei der WM in Daegu über die 100 Meter Gold gewonnen 446473(Diashow: Die Bilder der WM).

Er ist der schnellste Mann der Welt - doch es interessiert fast keinen (Medaillengewinner der Herren).

Für die Schlagzeilen sorgen andere: Weltrekordler Usain Bolt mit seinem Fehlstart (Bericht). Und Sogelau Tuvalu aus Amerikanisch Samoa.

Wer? Ganz recht, Sogelau Tuvalu, ein Kugelstoßer, der sich über die 100 m versuchte und kläglich scheiterte - der langsamste Mann der Welt.

Tuvalu ohne Chance

Da der 17-Jährige in seiner Paradedisziplin die WM-Qualifikation verpasste, entschieden er und der Verband, bei den 100 m mitzulaufen.

Bei den Ausscheidungskämpfen in seinem Land gibt es kein Zeitlimit, sondern einen Qualifikationslauf vor den Vorläufen. Daran können die sogenannten "Exoten" teilnehmen.

Allerdings hatte Tuvalu mit seinen 100 Kilo nicht den Hauch einer Chance. Bereits nach 40 Metern lag er 10 Meter zurück und kam nach 15,66 Sekunden abgeschlagen ins Ziel.

Für den Einzug in die erste offizielle Runde fehlten ihm 4,59 Sekunden (SERVICE: Zeitplan der WM).

"Traum, der in Erfüllung geht"

Mit seinem Lauf sorgte er jedoch für viel Heiterkeit und Trubel. Das im Internet kursierende Video vom Rennen amüsiert die Menschen.

Bei "Youtube" schauten sich bereits über 700.000 User den langsamsten Sprinter der Welt an.

Der große Rückstand entmutigte Tuvalu nicht. "Das ist ein Traum, der in Erfüllung geht", meinte Tuvalu, der sich durchaus Chancen ausgerechnet hatte, nach dem Rennen: "Ich habe an mich geglaubt."

Er war mit seiner Leistung zufrieden, obwohl sich sein kurzes und intensives Training nicht ausgezahlt hatte. "Ich habe einen Monat lang vier Stunden am Tag trainiert", erklärte das 100-m-Schwergewicht.

Die falschen Schuhe

Tuvalu hatte allerdings neben dem Gewicht und der kurzen Vorbereitungsdauer ein weiteres Handicap - sein Schuhwerk.

Als einziger Teilnehmer ging er ohne Spikes ins Rennen. Vielleicht wäre mit besseren Schuhen die eine oder andere Zehntelsekunde mehr drin gewesen, an der Platzierung hätte das bessere Equipment jedoch auch nichts geändert.

Collins noch langsamer

Mit seiner hoffnungslosen Aktion steht Tuvalu aber nicht alleine da. Bereits in der Vergangenheit versuchten einige Kugelstoßer aus dem Südsee-Staat ihr Glück, der schnellste Mensch der Welt zu werden.

So lief Trevor Misipek 2001 nach 14,28 Sekunden ins Ziel, Savannah Sanitoa war bei der WM 2009 sogar einen Tick schneller und benötigte nur 14,23 Sekunden über die 100 m.

Die langsamste Zeit in einem WM-Lauf der Neuzeit war es jedoch nicht. 1997 erreichte der spätere Weltmeister von 2003 Kim Collins in Athen nach 21,73 Sekunden die Ziellinie. Allerdings lag dessen Bestzeit damals bei 10,27 Sekunden.

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