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Martina Strutz gewann 2011 die deutsche Meisterschaft vor Silke Spiegelburg © getty

Nach ihrem Silbermedaillen-Gewinn beschreibt Strutz den Wettkampf, ihren Trainer und gratuliert der brasilianischen Siegerin.

Daegu - Als Außenseiterin gestartet, mit 4,80 Metern deutschen Rekord gesprungen und mit Silber belohnt:

Stabhochspringerin Martina Strutz war die erste große positive Überraschung der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft in Daegu.

"Das war der schwerste, beste und geilste Wettkampf meines Lebens. Als ich über die Latte geflogen bin, habe ich gedacht: Was ist denn hier los? Das Gefühl ist ungeschreiblich", sagte Strutz.

Als ihr Silberrang feststand, ließ die Blondine mit der frechen Frisur und den zahlreichen Tattoos ihren Gefühlen freien Lauf: Tränen der Freude liefen Strutz über das Gesicht.

Anschließend beschreibt die 29-Jährige aus Hagenow den Wettkampf aus ihrer Sicht, spricht über ihren Trainer und gratuliert der brasilianischen Siegerin (SERVICE: Zeitplan der WM).

Frage: Sie wollten cool bleiben und Bestleistung springen. Das mit dem deutschen Rekord hat ja geklappt.

Martina Strutz: Oh, das war so emotional. Ich habe nur noch geheult. Das war der beste Wettkampf meines Lebens. Ich bin Rekord gesprungen, meine Eltern haben in der Kurve auf den besten Plätzen gesessen, und dann habe ich auch noch Silber gewonnen. Einfach nur geil (Medaillengewinner der Frauen).

Frage: Dabei fing es mit einem Fehlversuch über 4,45 Meter gar nicht gut an.

Strutz: Da bin ich auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Das war gut. Dann habe ich mich richtig konzentriert und bin immer besser zurechtgekommen. Die 75 (4,75 Meter) im zweiten Versuch, die 80 sogar im ersten. Da dachte ich: Hallo, was ist denn hier los? Aber bei 85 haben mir dann schon mächtig die Beine gewackelt. Da war ich von mir selbst überwältigt. Die 90 am Ende waren dann unrealistisch. Das liegt über meinem Niveau. Fabiana Murer hat zurecht gewonnen. Die hat einen ganz sauberen 85er gezeigt. Die war einfach besser 446473(Diashow: Die Bilder der WM)

Frage: Wann haben Sie daran geglaubt, eine Medaille in der Tasche zu haben?

Strutz: Als ich die 80 übersprungen hatte, dachte ich, dass es reicht. Als ich dann so lange an der Anzeigetafel ganz oben stand und die Anderen alle rissen, kamen mir schon die Tränen hoch. Das war unglaublich emotional. Dann haben mir gleich meine Eltern gratuliert, und dann kam auch noch Robert Harting als Sieger um die Ecke. Es war fantastisch 434833(Der DLV-Kader für die WM).

Frage: Welchen Anteil hat Ihr Heimtrainer Thomas Schult?

Strutz: Einen ganz großen. Er ist sehr wichtig für mich. Wir hatten eine schwere Zeit nach seinem Herzinfarkt. Zum Glück ist er zurück und kann mich wieder betreuen. Die drei Wochen in der Vorbereitung, in denen ich ohne ihn jeden Tag allein in die Trainingshalle musste, waren sehr schwer und mühsam. Ich hatte schon kurz Kontakt mit ihm, aber mehr als Danke und Heulen ist bei mir nicht rausgekommen.

Frage: Und jetzt wird gefeiert?

Strutz: Oh ja, dafür reicht die Kraft noch. Seit heute sind wir alle sieben in unserer Wohneinheit mit den Wettkämpfen fertig, und morgen ist auch noch Ruhetag, da geht ganz sicher was (Medaillenspiegel).

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