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Usain Bolt gewann bei Olympia 2008 in Peking drei Mal die Goldmedaille © getty

Nach seinem Fehlstart über die 100 m zieht sich der Olympasieger zurück. Für die 200 m ist der Jamaikaner gewappnet.

Daegu - Wo ist Bolt? Der schnellste Mann der Welt meidet seit seinem Fehlstart-Fiasko im Finale über 100 m das Licht der Öffentlichkeit.

Seltene Schnappschüsse rund um das Training des jamaikanischen Supersprinters zeigen einen entspannten Olympiasieger.

Aber auf den Straßen rund um das Athletendorf versteckt der Showman sein Gesicht schon mal unter einem gelben Turban, gebunden aus dem T-Shirt seines Ausrüsters.

Am Freitag aber ist Schluss mit dem Versteckspiel. Dann muss Bolt in Vorläufen und Halbfinals über die 200 m beweisen, aus welchem Holz er geschnitzt ist (SERVICE: Zeitplan der WM).

Bolt und Trainer zuversichtlich

"Er weiß, dass die Show weitergehen muss. Als Champion und Star muss er sich darüber im Klaren sein, dass er bereit sein muss für den nächsten Akt. Und das ist er", sagte sein Trainer Glen Mills im Gespräch mit der jamaikanischen Zeitung "The Gleaner".

Auch Bolt selbst hat bereits angekündigt, sich über die doppelte Distanz für seinen Aussetzer über die 100 m rehabilitieren zu wollen (Medaillenspiegel).

"Ich habe jetzt ein paar Tage, um mich wieder zu fokussieren und auf die 200 m vorzubereiten. Ich bin in guter Form und werde mein Bestes geben", ließ Bolt verlauten.

Show oder Sport

Auch den mehr als fünf Millionen Fans auf seiner Facebook-Seite empfiehlt der 25-Jährige, sich den Termin frei zu halten.

Doch nach dem ganzen Theater um den größten Fehlstart der Leichtathletik-Geschichte kann sich Bolt sicher sein, dass niemand den nächsten Akt verpassen will.

Offen ist nur, ob Bolt diesmal wieder eine große Show oder zur Abwechslung mal wieder großen Sport bietet 446473(DIASHOW: Die Bilder der WM).

Im Sinne seiner Fans wäre eine gute Mischung aus beiden. Das übliche Bohei vor dem Rennen fällt diesmal jedenfalls aus.

"Ein wundervoller Typ"

Stattdessen vertreibt sich Bolt seine Zeit mit den Kumpels aus dem jamaikanischen Team, darunter auch der Erbe seines 100-m-Titels, Yohan Blake (Medaillengewinner der Herren).

"Er hat sich sehr für mich gefreut. Witzig ist, dass er mich jetzt immer 'Big Man' nennt. Früher hieß ich bei ihm nur 'Junior'", sagte Blake: "Er ist eine große Unterstützung für mich, ein wundervoller Typ."

Keine Konkurrenz über 200 m

Blake wird seinem Freund und Idol über 200 m nicht die Schau stehlen können. Er startet nicht.

Im Gegensatz zu den 100 m, wo es im Vorfeld der WM von ernsthaften Konkurrenten nur so wimmelte, ist Bolt über 200 m eigentlich unantastbar.

Der Weltrekordhalter (19,19) ist auch die Nummer eins der Jahresbestenliste (19,86) und neben seinem Landsmann Nickel Ashmeade (19,95) der einzige Sprinter in diesem Jahr, der die magische 20-Sekunden-Grenze geknackt hat.

Bolt hat also kaum einen Grund, um seinen Nimbus zu fürchten. Entsprechend gelöst könnte der sonst so coole 1,96-m-Schlaks zurück ins Rampenlicht treten.

Doch niemand weiß, wie es wirklich ihm aussieht. Er bleibt auf Tauchstation.

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