Der ehemalige 400-m-Weltmeister Antonio Pettigrew ist am Dienstagmorgen in Chatham County im US-Bundesstaat North Carolina tot auf der Rückbank seines verschlossenen Autos aufgefunden worden. Das meldete die Universität North Carolina, wo Pettigrew zuletzt als Assistenztrainer gearbeitet hatte.

Der zuständige Scheriff Maj. Gary Blankenship sagte, das Auto habe neben einer Brücke geparkt. Es gäbe Indizien, dass der 42-jährige Pettigrew Schlaftabletten eingenommen habe. Nichts deute auf Fremdeinwirkung hin.

"Allerdings wissen wir nicht, ob es absichtlich oder versehentlich war", erläuterte Blankenship. "Vielleicht werden wir das nie wissen." Der Leichnam wurde zur Autopsie an die Universität gegeben.

Pettigrew, der seinen WM-Titel 1991 in Tokio gewonnen hatte, schrieb zuletzt nur noch Doping-Schlagzeilen.

Durch sein Geständnis 2008 verlor er insgesamt drei WM-Goldmedaillen, nur den Titel von Tokio durfte er behalten. Pettigrew hinterlässt Ehefrau Cassandra und Sohn Antonio Pettigrew junior.

Das IOC hatte Pettigrew bei den Sommerspielen in Peking 2008 bereits das 4x400-m-Gold von Sydney 2000 aberkannt, der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) hatte sein Staffel-Gold der WM 2001 in Edmonton/Kanada bereits annulliert.

Dann folgten auch die 4x400-m-Siege der Amerikaner von Athen 1997 und Sevilla 1999. Annulliert wurde zudem der Weltrekord aus dem Jahr 1998 (2:54,20 Minuten).

Pettigrew, der selbst nie positiv getestet worden war, hatte im Meineid-Prozess gegen seinen ehemaligen Trainer Trevor Graham zugegeben, ab 1997 Dopingmittel vom mexikanischen Händler Angel Heredia bezogen zu haben, darunter das Ausdauermittel Epo sowie Wachstumshormone.

Heredia hatte ausgesagt, er habe Pettigrew von 1997 bis 2001 versorgt.

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