Als der Erste ins Ziel kam, war die Zeit nur Nebensache. Gewonnen hatten am Freitag alle 10.000 Starter beim Marathon von Jerusalem, der zwei Tage nach dem tödlichen Attentat auf einen Bus in der Innenstadt auch zu einem Lauf in die Normalität werden sollte.

"Wenn der Terror versucht, unser Leben zu stören, ist die beste Lösung, so schnell wie möglich in den alten Rhythmus zu kommen", sagte Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat: "Wettbewerbe in unserer Stadt werden nicht abgesagt und Jerusalem hört nicht auf zu laufen."

Eine 60 Jahre alte Frau war am Mittwoch getötet worden, als ein Sprengsatz neben einem Bus am zentralen Busbahnhof der leidgeprüften Stadt explodierte. Zudem wurden mehr als 30 Personen verletzt, einige davon schwer.

6000 israelische Läufer, darunter 2000 Polizisten und Soldaten, sowie 4000 Ausländer und Journalisten waren auf die abgesperrte Strecke gegangen, die auch durch den arabischen Ostteil führte.

Verwirrung gab es am Ende bei der Ermittlung des Siegers. Während der Kenianer Robert Cheriot als Gewinner proklamiert wurde, meldeten sich drei andere Läufer. Sie seien schneller gewesen.

Allerdings hatten sie offenbar eine falsche Abbiegung genommen und waren im Ziel des Halbmarathons gelandet. Siegerin bei den Frauen wurde Rigaldi Simone aus Äthiopien. Aber das war ja auch nur eine Nebensache.

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