Nach dem "Fall Semenya" wird das Internationale Olympische Komitee (IOC) in den kommenden Wochen seine Regeln für den künftigen Umgang mit dem Hyperandrogenismus ausarbeiten.

Durch sie soll sicher gestellt werden, dass künftig keine dubiosen Frauen mit einem zu hohen Anteil an männlichen Merkmalen mehr bei Wettkämpfen starten.

"Wir brauchen klar formulierte Regeln, damit nicht jeder Fachverband etwas anders mit dem Thema umgeht", forderte am Freitag bei der 123. IOC-Session im südafrikanischen Durban der Schweizer Denis Oswald.

Der Präsident des Ruder-Weltverbandes FISA ist zugleich Mitglied der Exekutive, die im April in London die neue Lösung des Problems auf den Weg gebracht hatte.

Laut Prof. Arne Ljungqvist, Chef der Medizinischen Kommission des IOC, können die Regeln "binnen Wochen" ausgearbeitet und den Verbänden zugestellt werden. Der Schwede sagte:

"Der Leichtathletik-Weltverband und der Fußball-Weltverband richten sich bei ihren Weltmeisterschaften 2011 bereits danach, auch bei Olympia 2012 in London wird die neue Regel angewendet."

Künftig sollen Athletinnen, die einen offensichtlich hohen Anteil männlicher Merkmale haben, durch ihre nationalen Verbände überprüft bzw. medizinisch untersucht werden.

Falls angesagt, soll der zu hohe Anteil an männlichen Hormonen durch geeignete Maßnahmen gesenkt werden. Über die Notwendigkeit dieser Maßnahmen wird ein internationales Expertengremium aus dem Bereich Hyperandrogenismus entscheiden.

Ist die Athletin nicht einverstanden, verliert sie ihr Startrecht bei den Frauen. In jedem Fall soll die Athletin anonym bleiben und nicht wie bei Semenya geschehen weltweit diskutiert werden.

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