Medaillenkandidat Malte Mohr hat drei Tage vor Beginn der WM im südkoreanischen Daegu das Trainingslager der deutschen Athleten kritisiert. "Ich bin Gegner von solchen Situationen hier. Es ist zwar sehr schön hier mit dem Meer, aber im Prinzip langweile ich mich den ganzen Tag zu Tode. Da geh ich dran kaputt", sagte der derzeit beste deutsche Stabhochspringer.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) bereitet sich seit dem 18. August in einer gemeinsamen Maßnahme auf der Urlaubsinsel Jeju vor der südkoreanischen Küste auf die Welttitelkämpfe (27. August bis 4. September) vor.

Der Hallen-Vizeweltmeister und selbsternannte Goldkandidat wäre dagegen lieber mit einer kürzeren Anreise in den Höhepunkt des Jahres eingestiegen.

"Das ist nicht die Motivation oder die Power, die ich eigentlich mitnehmen wollte in eine WM. Die geht dann hier ein bisschen verloren", sagte Mohr, mit 5,81 m Dritter der Weltjahresbestenliste.

"Natürlich würde ich die nächsten Male versuchen, irgendwie da raus zu kommen. Das versuch ich schon die ganzen letzten Jahre, aber das hat leider noch nicht funktioniert", sagte Mohr.

DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen reagierte: "Wir müssen eine Zeitadaption und eine Klimaadaption vornehmen. Ich kann die Kritik von Malte Mohr in diesem Punkt vielleicht emotional nachvollziehen, sportfachlich ist das eine zwingende Notwendigkeit."

Darüber hinaus habe er auch eine andere Vorstellung für eine Nationalmannschaft, so Kurschilgen, als wenn sich jeder alleine in einem anderen Hotel vorbereite. "Eine erfolgreiche Leichtathletik kann sich im Rahmen einer WM nur dann darstellen, wenn die Nationalmannschaft erfolgreich gewesen ist. Das vergessen die Athleten manchmal."

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