Die britische Marathonläuferin Paula Radcliffe darf ihren Fabel-Weltrekord von 2:15:25 Stunden behalten.

Wie der Leichtathletik-Weltverband IAAF mitteilte, wird trotz der im kommenden Jahr in Kraft tretenden Weltrekord-Neuregelung im Frauenbereich die bisherige Bestmarke weiter Bestand haben.

Bei der WM im südkoreanischen Daegu im August hatte die IAAF beschlossen, dass ab 2012 nur noch Zeiten, die in reinen Frauenrennen über der 42,195 km-Distanz aufgestellt werden, als Weltrekord gelten dürfen. In gemischten Rennen erzielte Zeiten sollen ab dem 1. Januar nur noch als "Weltbestzeiten" gelten.

Radcliffe hatte ihren Weltrekord 2003 in London in einem solchen "gemischten Rennen" aufgestellt. Hätte die IAAF ihr diese Zeit aberkannt, wäre sie aber dennoch Weltrekordlerin geblieben. Bestmarke wären dann die 2005 ebenfalls von Radcliffe in London in einem Frauen-Rennen erzielten 2:17:42 geworden.

Der Vorstoß des Weltverbandes hatte große Kritik vonseiten der Läuferinnen nach sich gezogen. Auch die Vereinigung der fünf bedeutendsten Marathonläufe weltweit, die World Marathon Majors (WMM), und die AIMS, der Zusammenschluss der rund 300 internationalen Marathonläufe (Association of International Marathons) hatten ihr Unverständnis über die Neuregelung ausgedrückt.

Beide stellen sich gegen die IAAF und kündigten bereits an, die bisherige Regel beibehalten zu wollen.Die jetzige Entscheidung der IAAF könnte auch vor dem Hintergrund einer möglichen juristischen Auseinandersetzung gefallen sein. "Es könnte juristische Probleme geben, falls der Weltverband IAAF den Weltrekord aberkennen würde. Die Leistungen sind unter den damals geltenden Regeln völlig legitim erzielt worden", hatte DLV-Präsident Clemens Prokop zu einer möglichen Aberkennung des Weltrekordes gesagt.

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