Ehrenpräsident Helmut Digel vom Deutschen Leichtathletik-Verband sieht das Dopingproblem seiner Sportart in der ewigen Jagd nach Rekorden begründet.

"Die Leichtathletik hat ein besonderes Dilemma. Man kann gute und schlechte Leistungen voneinander unterscheiden, weil sie gemessen werden", sagte der emeritierte Sportwissenschaftler im Interview mit der "FAZ".

Dies führe zu einem "Steigerungsimperativ", sagte Digel (68), der von 1993 bis 2001 DLV-Präsident war.

"Wenn man 6,80 Meter weit gesprungen ist, ist die nächste Herausforderung, 6,90 zu springen. Das hat zur Folge, dass unerlaubte Grenzüberschreitungen mit anwachsen."

Sein Fazit: "Das Dopingproblem liegt in gewisser Weise in der Natur der Sportart."

Daher spricht sich Digel dagegen aus, Rekorde finanziell zu belohnen.

"Mir ist wichtig, sie nicht ins Zentrum der Kommunikation zu stellen. Ich halte das Signal für falsch, hohe Rekordprämien auszuloben", sagte er. Digel, Mitglied im Council des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, glaubt nicht an Veränderungen: `Die große Mehrheit hängt dieser Rekord-Ideologie an."

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