Die Anwälte des unter Mordanklage stehenden Paralympics-Star Oscar Pistorius haben eine Lockerung der Bewährungsauflagen des "Blade-Runners" erwirkt.

Der Südafrikaner darf demnach aus seinem Heimatland ausreisen und im Ausland an Wettkämpfen teilnehmen.

Allerdings muss der 26 Jahre alte Sprinter die Staatsanwaltschaft mindestens eine Woche im Voraus über seine Reiseroute informieren und seinen Pass binnen 24 Stunden nach seiner Rückkehr wieder abgeben.

Pistorius gehe es in dieser Angelegenheit lediglich um die Möglichkeit, Geld verdienen zu können, sagte sein Anwalt Barry Roux. Durch die Lockerung der Auflagen eröffnet sich für Pistorius die theoretische Möglichkeit auf eine Teilnahme an der Leichtathletik-WM der Behinderten in Lyon (20. bis 29. Juli).

Wie Pistorius-Berater Peet van Zyl der Nachrichtenagentur "AFP" mitteilte, wird sich sein Klient allerdings erst noch entscheiden, "ob er wieder laufen will". In das Training sei er noch nicht wieder eingestiegen.

Pistorius hatte sich zuvor unter anderem über seine Reise-Einschränkungen beschwert, die seiner Meinung nach unfair und ungerechtfertigt seien.

"Ich finde die Entscheidung der Richter falsch, ihm den Pass nicht zu gewähren", begründete Richter Bert Bam das Urteil vom Obersten Gerichtshof in Pretoria am Donnerstag den Beschluss:

"Ich sehe keinen Grund, warum es dem Beschwerdeführer verboten sein sollte, die Republik zu verlassen, falls er zu Leichtathletik-Wettbewerben in anderen Ländern eingeladen wird."

Pistorius wird angeklagt, seine Freundin Reeva Steenkamp am 14. Februar ermordet zu haben. Der sechsmalige Paralympics-Champion hatte erklärt, er habe sie versehentlich erschossen, weil er sie für einen Einbrecher gehalten habe.

Am 25. Februar war Pistorius gegen Zahlung von einer Million Rand (85.000 Euro) freigelassen worden. Ab dem 4. Juni muss er sich vor Gericht für die Tat verantworten.