Nach dem Bombenanschlag auf den 117. Boston-Marathon gibt es beim Hamburg-Marathon am Sonntag verschärfte Sicherheitsvorkehrungen.

"Die Laufstrecke wird ständig überprüft", sagte Frank Thaleiser, Sprecher des zweitgrößten deutschen Laufes mit rund 12.000 Läufern und 750.000 Zuschauern, in einem Gespräch mit "Spiegel Online".

"Der Hamburg-Marathon wird stattfinden, trotz der schrecklichen Geschehnisse in Boston. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Am Dienstagmorgen haben Polizei, Innenbehörde und Verfassungschutz getagt, ihrer Ansicht nach besteht kein erhöhtes Sicherheitsrisiko für unseren Lauf", sagte Thaleiser.

Nach Auskunft der Organisatoren in der Hansestadt wird derzeit geprüft, ob die Veranstaltung durch zusätzliche Maßnahmen gesichert werden kann.

"Die Laufstrecke wird die Woche über ganz genau überwacht. Aber wir können am Wochenende nicht die ganze Stadt mit Bombenspürhunden durchkämmen oder während des Wettkampfs an jeder Stelle der 42 Kilometer einen Polizei- oder Sicherheitsbeamten postieren", sagte Thaleiser:

"Vielleicht würde es das subjektive Sicherheitsgefühl erhöhen, wenn wir im Zieleinlauf 100 Polizisten aufstellen würden. Doch wirklich geholfen ist damit niemandem."

Der frühere Athleten-Manager machte den Unterschied zu einem Fußball-Event deutlich:

"So ein Marathonlauf ist eine Veranstaltung im öffentlichen Raum. Das lässt sich nicht mit einem Fußballspiel vergleichen, bei dem die Zuschauer durch Einlasskontrollen müssen. Jeder kann zuschauen und nah dabei sein. Das macht diesen Sport und unseren Lauf doch aus, dafür ist auch Boston berühmt."

Zu den allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen für diese Großveranstaltung sagt Thaleiser:

"Auch ohne derartige Vorkommnisse im Vorfeld stehen wir in regelmäßigem Kontakt mit der Innenbehörde, mit der wir eine Risikoanalyse anhand der zu erwartenden Teilnehmer- und Zuschaueranzahl erstellen. Darin spielt ein möglicher Anschlag normalerweise keine Rolle. Anhand dieser Analysen organisiert die Polizei ihren Einsatz entlang der Strecke und rund um die ganze Veranstaltung. Zudem haben wir etliche freiwillige Helfer, deren einzige Aufgabe es ist, sich um das Wohl der Sportler zu kümmern."

Thaleiser räumte ein, er habe seit den Anschlägen "keine ruhige Minute mehr" gehabt, man wolle aber unbedingt an der Veranstaltung festhalten:

"Das Wetter soll gut werden, wir erwarten 750.000 Zuschauer entlang der Strecke. Für sie und die Athleten auf der ganzen Welt soll unser Marathon ein Hoffnungsschimmer sein: Wir lassen uns unseren Sport und die damit verbundenen Werte von so etwas nicht kaputt machen."

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