vergrößernverkleinern
© getty

Kai Kazmirek stieg in neue Sphären auf, Pascal Behrenbruch erlebte dagegen eine Bruchlandung:

Die deutschen Zehnkämpfer haben sich beim Meeting im Mehrkampf-Mekka Götzis mit Licht und Schatten präsentiert.

Während der 23 Jahre alte Youngster Kazmirek mit starken 8471 Punkten eine persönliche Bestleistung erreichte und Überraschungs-Zweiter wurde, war für Europameister Behrenbruch der Wettkampf schon nach der siebten Disziplin beendet.

"Ich war eigentlich in einer guten Form, wie meine Spirntergebnisse vor vier Wochen - 11,06 Sekunden über 100 Meter und 49,98 Sekunden über 400 Meter - gezeigt haben.

Danach habe ich mir allerdings bei einer Tempolaufserie eine Erkältung zugezogen, die mich geschwächt hat", sagte Behrenbruch bei zehnkampfteam.de: "Es macht keinen Sinn, mich hier jetzt voll auszupowern, um dann in vier Wochen in Ratingen noch platt zu sein."

Den Sieg des Top-Favoriten und zweimaligen Weltmeisters Trey Hardee (USA/8518) erlebte der 29-Jährige nur als Zuschauer. Nach einem für ihn schwachen Diskuswerfen mit 43,95 m (Bestleistung 51, 31 m) verzichtete Behrenbruch auf den Stabhochsprung.

Behrenbruch hatte nach einem durchwachsenen ersten Tag mit 4001 Punkten nur auf dem 16. Platz gelegen. Der Frankfurter plant jetzt, sich in den nächsten vier Wochen für das Mehrkampfmeeting in Ratingen (28./29. Juni) vorzubereiten, um dort die Qualifikation für die EM zu schaffen.

Die Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) für die Europamisterschaft in Zürich (12. bis 17. August) steht bei 8050 Punkten.

Deutlich besser lief es für die restlichen Deutschen. Nachdem Kazmirek nach dem ersten Tag überraschend in Führung gelegen hatte, zog Hardee noch am Athleten der LG Rhein-Wied vorbei.

Dennoch hat sich Kazmirek zu einem echten Medaillenanwärter für die EM gemausert. Zweitbester deutscher Starter in Österreich Rico wurde Freimuth auf dem guten dritten Platz (8317). Beide sicherterten sich mit ihren Leistungen die EM-Norm. Matthias Prey (7980) verpasste auf dem zehnten Platz die Qualifikation nur um 70 Punkte.

Im Siebenkampf der Frauen war Carolin Schäfer beim Sieg der Britin Katarina Johnson-Thompson (6682) als Sechste beste Deutsche mit 6386 Punkten. Damit erfüllte die 22-Jährige die EM-Norm von 6100 Punkten spielerisch.

Zudem stellte Schäfer neben drei persönlichen Rekorden eine neue persönliche Bestleistung auf (bisher 6072).

"Das war der Siebenkampf meines Lebens", sagte Schäfer. Auch die Olympiazweite Lilli Schwarzkopf (6215), die bei ihrem Comeback nach einem Achillessehnenriss 2012 nach dem ersten Tag noch auf dem 21. Platz gelegen hatte, schaffte als Zehnte auf Anhieb die Norm. Julia Mächtig (6106) komplettierte das deutsche Trio mit EM-Norm auf Rang 15.

Einen rabenschwarzen Tag erwischte dagegen Claudia Rath. Die 28 Jahre alte WM-Vierte von Moskau blieb beim Weitsprung ohne gültigen Versuch und trat zum abschließenden 800m-Lauf nicht mehr an.

Die fünfte deutsche Teilnehmerin Cindy Roleder (5665) landete bei ihrem Siebenkampfdebüt auf Platz 26.

Hier gibt es alles zur Leichtathletik

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel