Die besten deutschen Mittel- und Langstreckenläufer proben offenbar den Aufstand gegen den Bundestrainer Wolfgang Heinig.

Knapp 30 Spitzenathleten haben in einem Brief an den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) scharfe Kritik an Heinig geübt und wohl seine Absetzung gefordert.

"Diesen Brief gibt es", sagte DLV-Pressechef Peter Schmitt und bestätigte damit Berichte der "FAZ" und der "Süddeutschen Zeitung": "Im Moment finden Gespräche mit dem Bundestrainer, dem Sportdirektor und Athleten statt. Sobald es Ergebnisse gibt, werden wir dies kommunizieren."

Den Zeitungsberichten zufolge sollen die Aktiven Athletensprecher Nils Winter gebeten haben, das Schreiben dem Verband zu übermitteln, ansonsten die Verfasser aber anonym zu halten. Unter den Absendern sollen Olympiastarter und deutsche Meister sein. In dem Brief werden Heinig unter anderem "mangelnde Kommunikationsfähigkeit", "gravierende Interessenkonflikte" und "Kasernenton" vorgeworfen.

Heinig ist als leitender Bundestrainer für die Sparte Lauf/Gehen verantwortlich.

Seine Frau Katrin Dörre-Heinig, eine frühere Weltklasse-Läuferin, ist Marathon-Bundestrainerin, seine Tochter Katharina Mitglied des Marathon-Teams für die EM in Zürich (12. bis 17. August).

Zuletzt hatte es im Marathon-Lager Auseinandersetzungen über mangelnde Förderung gegeben.

So hatte Anna Hahner, die einst zu Heinigs Frankfurter Trainingsgruppe um Mittelstreckler Homiyu Tesfaye gehörte, nach dem Sieg beim Wien-Marathon auf den EM-Start verzichtet, weil sie aus finanziellen Gründen einen lukrativen Herbst-Marathon laufen müsse - sie hatte zuvor ihren Förderplatz als Sportsoldatin verloren.

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