Deutsche Basketballer fehlten beim Euro-League-Finale. In der Vergangenheit sorgten sie international wenigstens für Spaß.

Ein dramatisches Euroleague-Finale in Berlin! Panathinaikos Athen bezwang am Sonntag vor 13.500 begeisterten Zuschauern ZSKA Moskau mit 73:71. Basketball von Weltklasse in der O2-Arena.

ALBA-Geschäftsführer Henning Harnisch sprach von "Wahnsinn!". Eine Demonstration der Weltklasse - aber leider auch ohne deutsche Beteiligung.

Deutsche Basketballer waren in den Europacup-Wettbewerben zwar sportlich nicht immer die stärksten, sorgten aber bei den internationalen Auftritten am Rande für einige Späßchen.

So auch der BSC Saturn. Die Kölner, die den 80er-Jahren vier Deutsche Meisterschaften und zwei DBB-Pokal-Triumphe feierten, reisten zum Europapokal-Spiel nach Monaco.

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Die erste Überraschung erlebten sie in dem mondänen Fürstentum im Drei-Sterne-Hotel. Klaus Zander, Michael Pappert und Co. erwarteten einen gewissen Luxus, wurden aber enttäuscht. Sie mussten sich auf den Zimmern erst einmal als Kakerlaken-Jäger "auszeichnen".

Immerhin hatte der mitgereiste Fritz Waffenschmidt, Besitzer der Warenhaus-Kette Saturn, für jedes Bett reichlich Geld pro Nacht bezahlt. Die Klagen der Spieler brachten den Klub-Sponsor und Millionär in Rage.

"Ich muss für jedes Bett 125 Mark bezahlen und dann das Ungeziefer. Im Krieg habe ich im Schweinestall übernachtet, habe dafür aber dann nichts bezahlt."

Am Abend hielt es die "Riesen vom Rhein" dann nicht mehr auf den Hotelzimmern. Sie wollten unbedingt ins berühmte Kasino. Ein in Monte Carlo lebender Ex-Kölner und Freund des Klubs half mit seinem Wagen aus. Er fuhr aber nicht einen großen Mercedes, sondern eine Citroen-Ente. Die Riesen störte das nicht.

Da der Freund aber nicht zweimal den Weg vom Hotel hoch zum Kasino fahren wollte, machten die zwischen 1,90 und 2,10 Meter großen Basketballer kurzen Prozess.

Neun Spieler zwängten sich in die Ente. Einige schauten mit dem Kopf aus dem Schiebedach, andere hielten die Beine durchs Seitenfenster - und ab ging's zum Kasino.

Wolfgang Kleine hatte als Journalist seine Feuertaufe bei der Fußball-WM 1974 in Deutschland. Danach wurden für ihn zahlreiche Handball-Spiele, die Berichterstattung vom Leichtathletik-Europacup 1979 und die Begleitung der Tour de France 1996 sowie 1997 unvergessliche Erlebnisse. Aber eins bleibt besonders in Erinnerung: Das Wintermärchen der Olympischen Spiele 1994 in Lillehammer.

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