Stetige Feindschaft gibt es auch im Sport: Sport1.de-Redakteur Wolfgang Kleine erinnert sich an eine missglückte Versöhnung.

Während der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) derzeit nach der verkorksten WM in der Schweiz über Bundestrainer Uwe Krupp befindet, verursachte ein Vorgänger ganz andere Probleme.

Gerhard Kießling, der das deutsche Nationalteam von 1971 bis 1975 führte, war später als erfolgreicher Vereinscoach der Düsseldorfer EG tätig.

Viele gönnten ihm den Erfolg, aber seiner Meinung nach einer nicht: Deutschlands Star- und WM-Schiedsrichter Jupp Kompalla.

Mit ihm lag Kießling jahrelang im Clinch. Ein Zustand, den Düsseldorfer Sponsoren aber nicht länger ansehen wollten.

So kam der Pressesprecher der Schlösser-Alt-Bauerei auf eine Idee. Er brachte die beiden Streithähne zu einem öffentlichen Talk in der Firma bei gepflegtem Alt und anderen Getränken zusammen.

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Die beiden Streithähne sprachen sich aus, kamen sich auch näher und prosteten sich mit jeweils einem Glas Altbier in den Händen für Fotos der anwesenden Fotografen zu. Der Vertreter der Schlösser-Brauerei hatte sich die Versöhnungsgeste rund 1100 Mark kosten lassen - ein nicht preiswerter Spaß.

Doch der Spaß war für den Pressesprecher nur von kurzer Dauer. Denn: Der Fotograf einer Kölner Zeitung hatte den Film eiligst zur Entwicklung noch am Abend nach Köln gefahren. Dort landete das fertige Bild dann auf dem Redaktionstisch eines Redakteurs, der sehr gern mal ein Glas Kölsch trank.

Auf dem Foto sah er, wie sich Kießling und Kompalla auf der von der Altbier-Brauerei gesponserten Veranstaltung mit dem Glas Altbier in der Hand zuprosteten und fertigte in einer Art Freudscher Fehlleistung fatalerweise folgende Bildunterschrift an: ?Versöhnung beim Glas Kölsch: Trainer Gerhard Kießling (l.) und Jupp Kompalla:?

Als die Düsseldorfer Ausgabe der Kölner Zeitung mit dem Foto und der Bildunterzeile am anderen Morgen in die Hände des Schlösser-Pressesprechers geriet, soll der in seiner Brauerei vor Schreck rückwärts in den Bierkeller gefallen sein.

Wolfgang Kleine hatte als Journalist seine Feuertaufe bei der Fußball-WM 1974 in Deutschland. Danach wurden für ihn zahlreiche Handball-Spiele, die Berichterstattung vom Leichtathletik-Europacup 1979 und die Begleitung der Tour de France 1996 sowie 1997 unvergessliche Erlebnisse. Aber eins bleibt besonders in Erinnerung: Das Wintermärchen der Olympischen Spiele 1994 in Lillehammer.

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