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Shaun Murphy begann seine Karriere als professioneller Snooker-Spieler 1997 © getty

Von mentalem Training hält Shaun Murphy nichts. Im Interview erklärt der Snooker-Star die Faszination seines Sports.

Von Benjamin Bauer

München - Mit 26 Jahren hat Shaun Murphy bereits die beiden wichtigsten Titel gewonnen, die in der Billard-Variante Snooker vergeben werden. 2005 erspielte sich der Engländer die WM-Krone, 2008 gewann er die UK Championships.

In diesem Jahr reichte es immerhin zur Vize-Weltmeisterschaft.

Basis seines Erfolgs ist die volle Konzentration auf seinen Sport. "Ich trainiere nur Snooker", stellt Murphy im Interview mit Sport1.de klar. Ein Leben ohne Snooker könne er sich momentan nicht vorstellen.

Außerdem äußert er sich über die Entwicklung des Snookersports, die britische Dominanz und warum es gut ist, dass Cristiano Ronaldo zu Real Madrid geht.

Sport1.de: Was fasziniert Sie am Snooker?

Shaun Murphy: Ich liebe diesen Sport. Ich mag die Geschwindigkeit und die Tatsache, dass sich immer neue Varianten ergeben. Man weiß nie, was als nächstes passiert. Einfach großartig.

Sport1.de: Beim Snooker sind Konzentration und mentale Stärke gefordert. Wie trainieren Sie das? Machen Sie Yoga oder joggen Sie womöglich?

Murphy: Ich mache gar nichts in dieser Hinsicht. Ich trainiere nur Snooker.

Sport1.de: Snooker wird immer populärer. Ist das eine gute Entwicklung oder sehen Sie auch Risiken in Bezug auf die Tradition der Sportart?

Murphy: Hundertprozentig ist die Entwicklung gut. Snooker ist schon auf der ganzen Welt bekannt, speziell in Deutschland ist es fantastisch und ich mag es hier zu sein. Die Entwicklung ist besonders in den letzten zwei Jahren gewaltig gewesen und sie ist noch lange nicht beendet.

Auch die deutschen Amateure machen ihre Sache gut und werden immer professioneller. Auch das ist gut für Deutschland.

Sport1.de: Haben Sie ein Vorbild beim Snooker oder für das normale Leben?

Murphy: Nein, habe ich nicht.

Sport1.de: Würden Sie Kindern zum Snooker spielen raten?

Murphy: Auf jeden Fall. Heutzutage leben viele Kinder auf der Straße oder in schwierigen Familienverhältnissen. Snooker lenkt sie vom Alltag ab und holt sie von der Straße.

Sport1.de: Wie lange denke Sie werden Sie spielen? Besteht die Gefahr, dass Sie eines Tages aufwachen und sagen "Okay, es reicht. Ich höre auf"?

Murphy: Nein, daran denke ich nicht.

Sport1.de: Wie wichtig ist es für den Snookersport, dass es solche Typen wie Ronnie O'Sullivan oder auch Sie gibt?

Murphy: Ich denke es ist sehr wichtig. Allerdings steht der Sport an sich immer noch im Mittelpunkt. Snooker fasziniert die Menschen. Wir Sportler stehen da nur eine untergeordnete Rolle.

Sport1.de: Die britischen Spieler dominieren die Snookerszene. Wie viele Jahre haben sie Vorsprung vor den anderen Nationen?

Murphy: In Großbritannien wird Snooker viel mehr als in anderen Ländern gezeigt. Wir haben auf der Insel viel mehr TV-Zeit und außerdem die Weltmeisterschaft und die drei größten Turniere. Erst wenn dieses sich ändert kann das die Snookerwelt verändern.

Sport1.de: Wie viel Anteil haben Talent und harte Arbeit an Ihrem Erfolg?

Murphy: Vielleicht genau die Hälfte, also Fifty-fifty.

Sport1.de: Was sagen Sie als britischer Fußball-Fan eigentlich zum Millionen-Deal zwischen Manchester United, Real Madrid und Cristiano Ronaldo?

Murphy: Er hat letzte Saison schon so gespielt, als wenn er weg wollte. Deshalb ist es gut, dass er geht.

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