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Max Hoff belegte bei den Olympischen Spielen in Peking Rang fünf © getty

Zweimal Gold und vier Medaillen - Deutschlands Kanuten überzeugen vor eigenem Publikum. Hoff beendet eine lange Serie ohne Titel.

Brandenburg - Zweimal Gold durch Einerkajakfahrer Max Hoff und den Vierercanadier, dazu noch vier weitere Medaillen:

Die deutschen Kanuten haben bei der Heim-EM in Brandeburg ihren Fischzug nach Plaketten am zweiten Finaltag erfolgreich fortgesetzt.

Insgesamt stehen nun nach 20 von 27 Entscheidungen auf dem Beetzsee vier Titel, sieben Silber- und zwei Bronzemedaillen in der Bilanz.

"Das hat meine Erwartungen übertroffen. Max war herausragend und hat eine Durststrecke auf dieser Strecke beendet. Er ist in der Weltspitze angelangt. Und die Canadier sind eine tolle Überraschung", meinte Cheftrainer Reiner Kießler.

Erster EM-Erfolg nach 2001

Chris Wend, Thomas Lück, Ronald Verch und Erik Rebstock umarmten sich glücklich. Lück meinte: "Eine geile Geschichte."

Der Kölner Hoff schaffte den ersten EM-Erfolg nach 2001, als Lutz Liwowski siegte.

Für dreimal Silber auf dem langen Kanten sorgten die Canadier Sebastian Brendel, Erik Leue/Tomasz Wylenzek sowie Franziska Weber.

Der Zweierkajak Sebastian Lindner/Norman Zahm belegte Rang drei. Einzige Enttäuschung war der vierte Platz des Männer-Viererkajaks. Am Sonntag stehen noch die 500-m-Rennen auf dem Programm.

"Wäre die Strecke 100 Meter länger gewesen"

Wildwasser-Weltmeister Hoff strahlte nach seinem ersten Titel im Flachwasser.

"So hatte ich mir den Rennverlauf vorgestellt, aber es tat auch ganz schön weh - jetzt bin ich superglücklich", so der 26-jährige von Blau-Weiß Köln: "Im Internet schaue ich die Tage immer bei der Wildwasser-EM rein, da blutet schon das Herz. Aber Gold um den Hals entschädigt mich."

Nach der offiziellen Verabschiedung des langjährigen Canadier-Stars Andreas Dittmer lieferte auch "Kronprinz" Brendel ein starkes Rennen ab, kam Olympiasieger Attila Vajda (Ungarn) auf den letzten Metern immer näher.

"Wäre die Strecke hundert Meter länger gewesen, dann hätte ich ihn wohl gekriegt. Aber ich kann nicht meckern, bin superzufrieden", sagte der 21-jährige.

Der Potsdamer hatte sich in den letzten Tagen mit einer Erkältung herumgeplagt: "Die Nase war noch ganz doll zu."

Gefreut "wie ein Kullerkeks"

Die 20-jährige Weber lächelte nach ihrer ersten Medaille bei den Großen und musste sich einige Freudentränen aus den Augenwinkeln wischen. "Die Anfeuerungsrufe von der Tribüne tragen einen förmlich ins Ziel, da werden richtig Kräfte frei", sagte Weber.

Den Endspurt habe sie mit Wut im Bauch angezogen, da sie kurz nach dem Start das Fehlstart-Kommando erwartet und gezögert habe.

"Normalerweise gibt es dafür einen Anpfiff vom Trainer", sagte sie. Aber diesmal habe sich Eckehardt Sahr gefreut "wie ein Kullerkeks".

Kießler sagte ein wenig später grinsend: "Mittlerweile hat sie sich schon bei den Trainern entschuldigt und gesagt, dass es blöd war stehenzubleiben."

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