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Bei den Olympischen Spielen in Peking gewann Lena Schöneborn die Goldmedaille © getty

Bei der Heim-EM kommt Lena Schöneborn mit ihrem Pferd überhaupt nicht zurecht. Die Team-Kolleginnen landen weit vor ihr.

Leipzig - Als der Medaillentraum bei der Heim-EM nach dem Reit-Debakel geplatzt war, kullerten Lena Schöneborn Tränen der Enttäuschung über die Wangen.

Aufgelöst und wütend auf sich selbst hakte die Fünfkampf-Olympiasiegerin das anvisierte Edelmedall bereits nach der dritten Disziplin ab.

Die 23-Jährige hatte sich auf der ihr zugelosten Stute "Paula" mehrere Verweigerungen und sogar einen spektakulären Abwurf geleistet.

"Ich hatte schon lange keinen so schlechten Ritt mehr. Beim Einreiten lief es noch sehr gut. Ich kann mir das Ganze nicht erklären", sagte Schöneborn.

Im abschließenden Combined Event, bei dem das Laufen und Schießen ähnlich wie beim Biathlon kombiniert werden, landete sie lediglich auf dem 34. Platz.

"Lena hat alles probiert"

Den EM-Titel sicherte sich die französische Weltmeisterin Amelie Caze vor der Olympia-Zweiten Heather Fell (Großbritannien) und der Russin Ewdokia Gretschitschnikowa.

Eva Trautmann wurde als beste Deutsche 16., Janine Kohlmann landete auf Rang 25. Den Teamwettbewerb gewann Großbritannien vor Russland und Ungarn. Das deutsche Trio belegte Platz sieben.

Bundestrainerin Kim Raisner erklärte, Schöneborns Pferd hätte auf dem sehr tiefen und rutschigen Boden einen aggressiveren Reitstil gebraucht: "Bei diesen Verhältnissen ist es Schwerstarbeit für Reiterin und Pferd. Lena hat alles probiert, aber das Pferd hat sich gegen sie gestellt."

"Es lief wenig zusammen"

Der letzte EM-Titel einer deutschen Fünfkämpferin liegt bereits 16 Jahre zurück, als die heutige Bundestrainerin Raisner im ungarischen Györ überraschend Gold geholt hatte.

Schöneborn startete schwach in den Wettkampf. Beim Fechten, in Peking noch Grundstein für ihren Olympiasieg, kam die Vizeweltmeisterin von 2007 lediglich auf eine Bilanz von 19: 16-Siegen und belegte den 14. Platz.

"Lena kam nicht in Schwung. Irgendwie lief wenig zusammen", meinte Raisner.

Schöneborns Schwimm-Zeit von 2:19,28 Minuten über 200 m Freistil war wieder zufriedenstellend, Boden konnte sie jedoch kaum gutmachen.

Beim Reiten platzte dann endgültig der Medaillentraum.

Männer mit Medaillenchancen

Am Sonntag steht das EM-Finale der Männer auf dem Programm.

Für den Deutschen Verband für Modernen Fünfkampf (DVMF) qualifizierten sich die beiden Berliner Sebastian Dietz und Eric Walther, der als Sieger seines Vorkampfes Hoffnungen auf eine Medaille geweckt hat.

"Ich werde versuchen, noch eine Schippe draufzupacken. Mal schauen, was dann dabei herauskommt", sagte der ehemalige Weltmeister.

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