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Katrin Wagner-Augustin ist die erfolgreichste deutsche Kanutin bei der Heim-EM © getty

Bei der Heim-EM überzeugen die Deutschen mit sechs Titeln und 14 weiteren Podestplätzen. Bundestrainer Kießler ist zufrieden.

Brandenburg - Sechsmal EM-Gold, insgesamt 20 Medaillen und die Top-Nation: Die deutschen Kanuten haben bei ihrem Fischzug nach den Plaketten am heimischen Beetzsee von Brandenburg alle Erwartungen übertroffen.

Für ein furioses Finale der 27 Entscheidungen sorgten die Zweiercanadier Robert Nuck/Stefan Holtz und der Viererkajak um Katrin Wagner-Augustin mit ihren Titelgewinnen über 500 Meter im letzten Rennblock.

Am Samstag hatten Einerkajakfahrer Max Hoff und der Vierercanadier über die doppelte Distanz vorgelegt. (Kanuten trumpfen bei Heim-EM auf)

"Bis zur WM hart weiterarbeiten"

"Ich bin dank des goldenen Ausgangs sehr zufrieden, vorher gab es da ja trotz der vielen starken Leistungen eine Hemmschwelle", sagte Cheftrainer Reiner Kießler angesichts von neun Silber- und fünf Bronzemedaillen.

Dann kündigte er an: "Nach dieser rundum gelungenen EM werden wir bis zu den Weltmeisterschaften ganz hart weiterarbeiten. Da kommen schließlich noch ein paar Kontrahenten dazu, die uns das Leben schwer machen wollen."

Noch Reserven

Der Saisonhöhepunkt geht in anderthalb Monaten in Kanada über die Bühne.

Sportdirektor Jens Kahl sah sein EM-Ziel von drei Siegen in olympischen Disziplinen als erfüllt an: "Wir haben aber noch Reserven."

Hauptrivale Ungarn (6-9-2) lag dicht auf.

Wagner-Augustin erfolgreich

Die viermalige Olympiasiegerin Wagner-Augustin schraubte ihre persönliche Bilanz mit Erfolgen in der Staffel und dem Flaggschiff auf zehn EM-Titel und war mit zudem einmal Silber im Einerkajak erfolgreichste deutsche Paddlerin.

"Die Ungarin Kovacs will ich auch noch mal packen, das ist mein Traum. Trotzdem bin ich total glücklich", sagte die 31 Jahre alte Potsdamerin.

"Publikum einfach geil"

Nach dem Heimspiel vor insgesamt rund 10.000 Zuschauern samt der versammelten Familien herrschte im deutschen Lager eitel Sonnenschein.

"Das Publikum war einfach geil, hat uns ins Ziel getragen - ich war selbst überrascht, dass wir gewonnen haben", meinte Nuck und klopfte Holtz (beide Karlsruhe) auf die Schultern.

Das Gold-Quartett des Vortages - Chris Wend (Magdeburg), Thomas Lück, Erik Rebstock (beide Neubrandenburg) und Ronald Verch (Potsdam) - gehörte zu den ersten Gratulanten.

Hoff genießt

Auch der Kölner Hoff genoss nach dem Erfolg in der Königsdisziplin das Bad in der Menge.

"Im Internet schaue ich die Tage immer bei der Wildwasser-EM rein, da blutet schon das Herz. Aber Gold um den Hals entschädigt mich", so der Wildwasser-Weltmeister von 2006.

Lob für Solisten

Kießler verteilte ein Sonderlob an die Solisten: "Da sind wir jetzt überall in der Weltspitze dabei."

Ronald Rauhe (Potsdam) holte im Einerkajak Silber (500 m), Canadier Sebastian Brendel sicherte Silber (1000 m) und Bronze (500 m).

Der Kronprinz von Andreas Dittmer, leicht gehandicapt durch eine verstopfte Nase, meinte: "Ich bin auf dem richtigen Weg zur WM."

Groß/Bertz auf gutem Weg

Die Zweierkajak-Youngster Marcus Groß/Hendrik Bertz (Berlin) machten mit 500-m-Bronze einen großen Schritt, das langjährige Paradeboot Rauhe/Tim Wieskötter auch bei der WM zu ersetzen.

Auch wenn Athen-Olympiasieger Wieskötter nach langer Viruserkrankung auf dem Weg zur alten Form ist.

Für Rauhe ist das mit Blick auf den alten Kumpel eine "Herz-Schmerz-Entscheidung".

Fischer ärgert sich

In anderer Hinsicht läuft es da besser: Mit einem zärtlichen Kuss belohnte er sich für Silber und seine bisher eher verborgen gehaltene Liebe Fanny Fischer für Bronze mit Franziska Weber.

Fanny Fischer, Nichte der deutschen Rekord-Olympionikin Birgit Fischer, ärgerte sich über ein "irgendwie zu hektisches Zweierrennen", hatte aber dank Sprint-Gold mit Nicole Reinhardt und in der Premieren-Staffel über 4x200 am Freitag schon ihr Soll erfüllt.

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