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Timo Bracht kam beim Ironman Germany von 2006 bis 2008 unter die ersten Drei © getty

Bracht ist heiß auf den Ironman. Der Topfavorit lässt sich mit Kuchen verwöhnen. Die Rekord-Damen im direkten Duell.

Frankfurt/Main - Vorjahressieger Chris McCormack hat sich eigens in ein Altenheim eingemietet, um sich in Ruhe auf den Ironman Europe am Sonntag in Frankfurt/Main vorzubereiten.

Die deutsche Triathlon-Hoffnung Timo Bracht kann selbst dieser eigenwillige Schachzug seines australischen Hauptrivalen nicht aus der Ruhe bringen.

"Es ist einiges von mir zu erwarten, denn ich bin auf meinem Zenit. Ich will da weitermachen, wo ich letztes Jahr aufgehört habe. Ich fiebere dem Start entgegen", sagt der 33-jährige Bracht, der nach seinem Sieg in Frankfurt 2007 im vergangenen Jahr Dritter geworden war.

"Man bewegt sich in einer Blackbox"

Auch die derzeit tropischen Temperaturen können Bracht vor der Quälerei in drei Akten (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen) nicht schocken.

"Ich trainiere viel in der Hitze. Da gibt es längst Automatismen im Körper, das ist alles nicht so schlimm", sagt der Odenwälder, der aber größten Respekt vor der letzten Stunde des Wettkampfs hat.

Bracht: "Da bewegt man sich in einer Blackbox. Das kann man nicht trainieren, denn an diese Grenze stößt man nur im Duell mit den Besten."

Mit Kuchen verwöhnt

Auch McCormack will ein Jahr nach seinem Sieg in Streckenrekordzeit (7:59:55 Stunden) nichts dem Zufall überlassen - und vertraut deshalb auf eine ungewöhnliche Strategie.

"Ich wollte in der Vorbereitung meine Ruhe. In Colorado war es mir zu unruhig. Da machen die Studenten immer Party. Also habe ich mich in einem Darmstädter Altenheim eingemietet", erzählt der Weltmeister von 2007.

McCormack fühlt sich in der neuen Umgebung längst pudelwohl: "Die Nachbarn haben mich mit Kuchen verwöhnt."

Bestbesetzung in Frankfurt

Neben McCormack und Bracht zählen auch der Hawaii-Zweite Eneko Llanos (Spanien) und Halbdistanz-Weltmeister Terenzo Bozzone (Neuseeland) zu den Favoriten.

Bescheidenere Töne schlägt Faris Al-Sultan an. Hinter dem Hawaii-Sieger von 2005 liegt eine verkorkste Saison.

"Ich hoffe auf ein Wunder. In den letzten vier großen Rennen ist so ziemlich alles schiefgelaufen", sagt Al-Sultan, der inzwischen sein eigenes Team gegründet hat: "Damit habe ich mir einen Lebenstraum erfüllt."

Die Veranstaltung in Frankfurt gilt als bestbesetzter Ironman nach der WM im Triathlon-Mekka Hawaii.

Wallenhorst verspürt Druck

Bei den Frauen messen sich in der Mainmetropole die beiden Ironman-Rekordhalterinnen: Sandra Wallenhorst aus Hannover, im vergangenen Jahr Dritte auf Hawaii, ist die schnellste Frau der Ironman-Serie (8:47:26).

Die Niederländerin Yvonne Van Vlerken wird als schnellste Athletin auf der Ironman-Distanz (8:45:48) geführt.

"Ich verspüre schon einen gewissen Druck", sagt Wallenhorst vor ihrem ersten Start in Frankfurt. Auch Lokalmatadorin Nicole Leder darf sich Hoffnungen auf eine Wiederholung ihres Sieges von 2007 machen.

Neoprenanzüge wahrscheinlich erlaubt

Über 2300 Athleten aus 55 Nationen werden am Sonntag ab 6.45 Uhr im Langener Waldsee an den Start gehen.

Da die Temperatur des Wassers zuletzt 23 Grad nicht überschritt, dürfen die Sportler voraussichtlich Neoprenanzüge tragen. Während des Wettkampfs werden unter anderem 100.000 Getränkebecher, 25.000 Erfrischungsschwämme, 15.000 Energie-Gels und 10.000 Liter Cola verbraucht.

An der Strecke werden rund 500.000 Zuschauer erwartet.

Erst jüngst war entschieden worden, dass der Ironman Europe mindestens bis 2016 in Frankfurt ausgetragen wird.

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