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Britta Heidemann stand bereits bei Olympia und der WM ganz oben © getty

Die Olympiasiegerin gewinnt nach der Weltmeristerschaft auch den EM-Titel. Andre Weßels findet seinen dritten Platz "traumhaft".

Plowdiw/München - Britta Heidemann konnte es selbst kaum fassen und strahlte über das ganze Gesicht: Die Degen-Olympiasiegerin hat sich ihren Traum vom Titel-Triple bei den Fecht-Europameisterschaften im bulgarischen Plowdiw erfüllt.

Florett-Spezialist Andre Weßels stürmte beim Gewinn der Bronzemedaille zudem wie Phönix aus der Asche zu seinem größten Erfolg nach dem Vizeweltmeistertitel von 2002.

Strahlend nahm Heidemann ihren dritten großen Titel nach WM-Gold 2007 und Olympiasieg 2008 entgegen.

Von gigantisch bis traumhaft

"Total gigantisch. In kurzer Zeit Weltmeisterin, Olympiasiegerin und Europameisterin - das ist unglaublich. Das hätte ich nie gedacht", sagte die 26-Jährige nach dem 15:7-Finalsieg gegen die Russin Anna Siwkowa überglücklich.

Damit stieg Heidemann als dritte Deutsche nach dem ehemaligen Degen-Fechter Arnd Schmitt und der ehemaligen Florett-Spezialistin Anja Fichtel in die Riege der Triple-Gewinner auf.

Mit Gold und Bronze haben sie und der Weßels die Medaillen drei und vier für den Deutschen Fechter-Bund (DFeB) gewonnen.

Auch Weßels freute sich diebisch über seinen unerwarteten Erfolg: "Einfach traumhaft. Ich habe schon lange nicht mehr an einer EM teilgenommen und hätte bis vor zwei Jahren gar nicht geglaubt, dass ich eine Medaille bei einer EM holen kann."

Kaspar lobt die Athleten

Erst im Halbfinale hatte er sich Andrea Baldini 7:15 geschlagen geben müssen. Der Italiener sicherte sich durch ein weiteres 15:7 gegen den Briten Richard Kruse den Titel.

Manfred Kaspar reagierte gelassen auf den unerwarteten Medaillenregen der deutschen Athleten nach zwei Tagen.

"Wenn es draußen 40 Grad im Schatten hat, müssen wir ja irgendeinen anderen Regen produzieren", sagte der DFeB-Sportdirektor scherzend.

Sein Lob galt den beiden nächsten Gewinnern nach dem Duo Katja Wächter (Florett-Silber) und Björn Hübner (Säbel-Bronze).

Kleibrink nach Enttäuschung mit Selbstkritik

"Britta kann aus dem Stand heraus immer vorne dabei sein", sagte Kaspar, der bei Heidemanns Triumphzug zu Olympia-Gold in Peking noch als Bundestrainer an der Planche gestanden hatte: "Andre hat sich nach vielen Jahren zurückgemeldet. Erst das Grand-Prix-Finale in Paris, jetzt eine EM-Medaille - das ist eine runde Saisonleistung."

Dennoch gab es wie bereits zum EM-Auftakt auch enttäuschte Gesichter. Vor allem Olympiasieger Benjamin Kleibrink ärgerte sich über sein frühes Aus und Platz 28.

"Es lief von Anfang an nicht so richtig. Aber das habe ich mir selbst zuzuschreiben", sagte der 23-Jährige nach seinem 14:15 im Sudden Death gegen Stefano Barrera.

Auch Joppich mit holpriger Vorbereitung

Zugute halten musste man Kleibrink, dass er erst vor zwei Monaten in die Saison eingestiegen war und wegen seines Sportstudiums auch die EM-Vorbereitung etwas zurückstellen musste.

Der dreimalige Weltmeister Peter Joppich schied nach einem 14:15 gegen Baldini im Viertelfinale aus und kam auf Platz sieben. Auch bei ihm war die Vorbereitung alles andere als optimal verlaufen. Wegen Schulterbeschwerden musste er in der letzten Woche vor der EM eine Trainingspause einlegen und wurde für den Wettkampf fitgespritzt.

"Gegen Baldini kann eine Niederlage immer passieren, Peter war ja schon gehandicapt", sagte Bundestrainer Uli Schreck.

Bachmann scheitert an Weßels

Sebastian Bachmann musste sich seinem Teamkollegen Weßels im Achtelfinale 9:15 geschlagen geben und erreichte Platz 15.

Imke Duplitzer war überraschend in der Runde der letzten 32 durch ein 11:15 an der Schweizerin Simone Naef gescheitert und belegte Platz 23.

Auch Monika Sozanska nach einem 9:15 gegen Jana Schemjakina (Ukraine) und Marijana Markovic nach einem 8:13 gegen Siwkowa verpassten den Einzug ins Achtelfinale und kamen auf die Plätze 22 und 24.

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