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Sven Schmid ist auch Trainer der deutschen Degenfechter im Rollstuhl © getty

Die neuntplatzierten Degen-Fechter beschließen die EM für Deutschland "maßlos enttäuschend", auch die Säbel-Damen gehen leer aus.

Plowdiw/München - Zum Ende der Europameisterschaften gab es durch das schlechte Ergebnis der Degen-Herren zwar eine der wenigen großen Enttäuschungen, das Fazit fiel dennoch positiv aus.

"Europa ist das Zentrum der Fecht-Welt. Und wir haben uns eindeutig in der Spitze etabliert", sagte Sportdirektor Manfred Kaspar vom Deutschen Fechter-Bund (DFeB) angesichts der Bilanz von zweimal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze, der besten Ausbeute seit der EM 2001 in Koblenz.

Zum EM-Abschluss im bulgarischen Plowdiw war das Team der Degen-Herren allerdings weit unter den eigenen Erwartungen geblieben.

Russinnen säbeln Deutschland raus

Das Quartett mit dem neuen Einzel-Europameister Sven Schmid (EM-Gold! Schmid macht's Heidemann nach), Jörg Fiedler, Martin Schmitt (alle Tauberbischofsheim) und Christoph Kneip aus Leverkusen verfehlte die anvisierten Medaillenplätze deutlich und belegte nur Platz neun.

Der Titel ging an Ungarn durch ein 45:32 gegen die Schweiz.

"Maßlos enttäuscht" sei er, sagte Bundestrainer Didier Ollagnon. Durch eine völlig überraschende 40:45-Niederlage gegen die international zweitklassigen Norweger hatte man den Sprung ins Viertelfinale verpasst.

Auch die Säbel-Damen mit Sibylle Klemm (Tauberbischofsheim), Anna Limbach, Stefanie Kubissa (beide Dormagen) und Margarita Tschomakow (Bonn) kamen für das Podest nicht in Frage, zogen sich als Siebte aber erwartungsgemäß aus der Affäre. Im Viertelfinale hatten sie sich Russland 36:45 geschlagen geben müssen. Europameister wurde die Ukraine durch ein 45:31 gegen Russland.

Nur Florett-Herren holen Medaille

Kaspar räumte ein, dass man "in den Mannschaftswettbewerben etwas Fahrt verloren" habe und das Abschneiden der Degen-Herren "sehr enttäuschend" gewesen sei.

"Aber das ist kein Weltuntergang. Wir haben sechs Medaillen geholt, darunter zwei Titel. Ein insgesamt sehr, sehr gutes Ergebnis, obwohl längst nicht alles perfekt gelaufen ist", sagte er.

In den sechs Teamentscheidungen hatten einzig die Florett-Herren den Sprung aufs Podium geschafft und Bronze geholt.

Zwischendurch vorn im Medaillenspiegel

In den sechs Einzelwettbewerben gewannen Olympiasiegerin Britta Heidemann aus Leverkusen (Gold! Heidemann schafft das Triple) und Schmid Degen-Gold.

Zudem sicherte sich Schmids Vereinskollegin Katja Wächter Florett-Silber, Bronze ging an den Bonner Andre Weßels (Florett) und den Tauberbischofsheimer Björn Hübner (Säbel).

Zwischenzeitlich führten die deutschen Fechter sogar den Medaillenspiegel an. Kaspar spürte danach den Respekt der Konkurrenz. "Wir sind eine große Fecht-Nation und werden auch so behandelt", sagte der Sportdirektor.

"Selbstvertrauen ist das A und O"

Für die Weltmeisterschaften vom 30. September bis 8. Oktober im türkischen Antalya sei die EM eine gute Basis: "Erfolg gibt Selbstvertrauen. Und Selbstvertrauen ist das A und O im Fechten. Alle haben gesehen, dass etwas gehen kann."

Bei der WM werde es voraussichtlich aber nicht ganz so gut laufen, dämpfte Kaspar die Erwartungen. Schließlich kämen unter anderem in China, Japan und den USA weitere starke Nationen hinzu.

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