Bei den Olympischen Spielen in Montreal geht der Stern von Edwin Moses auf. Doch auch der Fünftplatzierte rückt ins Rampenlicht.

Es gibt sie, diese Leichtathletik-Legenden. Da ist Langstrecken-Wunder Paavo Nurmi, ein Jesse Owens, Sergej Bubka, Ex-Hochspringerin Jolanda Balas. Usain Bolt könnte nach seinen Olympiasiegen bei der WM in Berlin (ab 15. August) in die "Hall of Fame" aufsteigen.

Aber da ist auch ein Edwin Moses. Bis 1987 prägte der US-Amerikaner die Szene im 400-m-Hürdenlauf. In 122 Rennen in Folge blieb der heute 56-Jährige ungeschlagen.

Die letzte Niederlage vor dieser phantastischen Serie erlitt Moses am 26. August 1977 beim Berliner ISTAF durch den Deutschen Harald Schmid.

Mit ihm lieferte er sich in der Folge zahlreiche Duelle, doch immer wieder zog Schmid gegen den zweimaligen Olympiasieger und Weltmeister den Kürzeren.

Ed Moses, am Anfang seiner Karriere noch der Mann mit der Brille, war und ist einer mit großem Charisma. Überall wo er auftrat, stand er im Mittelpunkt. Sein Laufstil war faszinierend, seine Erscheinung ebenso.

So auch bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal. Damals ging der Stern des US-Boys auf.

[image id="b06c9d62-636f-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Ich saß an diesem 25. Juli vor dem TV-Schirm, als Ed Moses - er galt als Favorit - aus den Startblöcken schoss. Von Beginn an diktierte er das Finale über 400 m Hürden. Nicht ein Konkurrent konnte ihm das Wasser reichen.

Mit Vorsprung und einer Traumzeit erreichte Moses das Ziel - 47,64 Sekunden.

Sein Name tauchte auf der elektronischen Anzeigetafel ganz oben auf. Gold für Edwin Moses. Auf Rang fünf stand ein Portugiese namens Jesus Carvalho mit einer Zeit von 49,94 Sekunden.

Eigentlich nichts Besonderes. Doch dann machte im Bericht über das Finale mit dem neuen Shooting Star Edwin Moses der Kölner "Express" durch seine Schlagzeile das Rennen zu einem unvergesslichen Ereignis.

Der Zeitung hatte es besonders auch der fünftplatzierte Carvalho mit dem Vornamen Jesus angetan.

Sie titelte zum Rennen: "Moses läuft Jesus davon!"

Wolfgang Kleine hatte als Journalist seine Feuertaufe bei der Fußball-WM 1974 in Deutschland. Danach wurden für ihn zahlreiche Handball-Spiele, die Berichterstattung vom Leichtathletik-Europacup 1979 und die Begleitung der Tour de France 1996 sowie 1997 unvergessliche Erlebnisse. Aber eins bleibt besonders in Erinnerung: Das Wintermärchen der Olympischen Spiele 1994 in Lillehammer.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel