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Romy Tarangul (l.) landete bei den Olympischen Spielen in Peking auf Platz neun © getty

Die deutsche Judoka verpasst durch die Niederlage gegen eine Kubanerin das Finale, sorgt aber für eine positive Überraschung.

Rotterdam - Vom Verband gab es einen Blumenstrauß aufs Zimmer, von Teamkollegin Romy Tarangul eine unerwartete Bronzemedaille:

Olympiasieger Ole Bischof jubelte an seinem 30. Geburtstag auf der Tribüne über die erste Medaille für den Deutschen Judo-Bund (DJB) bei der WM in Rotterdam.

Einen Tag vor Bischofs erstem Auftritt gewann Tarangul den Kampf um Bronze in der Klasse bis 52 kg gegen die Chinesin He Hongmei.

Die Titel sicherte sich Misato Nakamura aus Japan.

Entscheidung durch Ippon

"Ich bin total stolz darauf, dass ich hier so eine Überraschung geschafft habe. Das war wichtig für die Mannschaft. Meine Technik hat heute richtig gut geklappt", sagte Tarangul. Die Olympianeunte aus Frankfurt/Oder sorgte gegen He Hongmei nach 2:44 Minuten für die Entscheidung durch Ippon.

Zuvor lag Tarangul nach beeindruckenden Kämpfen lange auf Finalkurs, scheiterte dann aber im Halbfinale hauchdünn an der Olympiazweiten Yanet Bermoy aus Kuba.

In der Vorrunde war die 21-Jährige gegen Vize-Europameisterin Ana Carrascosa (Spanien), Maria Garcia Caceres (Dominikanische Republik) und Hanane Kerroumi (Marokko) erfolgreich.

Bischof will auch WM-Gold

Der deutsche Star Bischof tritt am Freitag im Mittelgewicht bis 81 kg zum ersten Mal auf die Matte des Ahoy-Sportpalasts. Sein Geburtstag fiel der gewissenhaften Wettkampfvorbereitung zum Opfer, immerhin gab es vom Verband am frühen Morgen Blumen aufs Zimmer.

"Ich denke, er hat seinen Geburtstag völlig ausgeblendet. Er will sich optimal vorbereiten und hat auch eine gute Auslosung erwischt", sagte Lutz Pitsch, Vizepräsident des DJB.

Zum Auftakt muss Bischof im Pool B seiner Gewichtsklasse gegen den Luxemburger Denis Leider antreten. Siegt der Ex-Europameister dort und anschließend noch fünfmal, sitzt er erstmals in seiner Karriere auf dem WM-Thron.

Schendel und Hein enttäuschen

Die beiden weiteren deutschen Vertreter kamen am Donnertag erwartungsgemäß nicht einmal in die Nähe des WM-Titels und scheiterten bereits in ihren ersten Kämpfen.

Bei den Männern verlor der EM-Siebte Mario Schendel (bis 72 kg) gegen Yoel Razvozou (Israel). Auch die frühere U-23-Europameisterin Marlen Hein (bis 57 kg) musste sich im Auftaktkampf Marti Malley (USA) geschlagen geben.

Vize-Präsident Pitsch war mit seinen WM-Debütanten folglich nicht zufrieden. "Das war nicht das, was wir erwartet haben. Die Gegner waren lösbar, aber beide haben ihr Leistungsvermögen nicht voll ausgeschöpft", sagte der Funktionär.

Am Freitag steht in Rotterdam neben der Entscheidung in der Bischof-Klasse bis 81 kg bei den Frauen die Klaasen bis 63 kg auf dem Programm. Die deutsche Starterin ist Clauda Malzahn.

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