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Philipp Howard spielt in der Bundesliga für die Regensburg Legionäre © imago

Mit Hilfe der WM soll Baseball in Deutschland salonfähig werden. Für das deutsche Team geht es zum Auftakt gegen China.

Regensburg - Noch vor 20 Jahren führte ein Trampelpfad quer über das städtische Baseball-Feld, ab Mittwoch ist Regensburg WM-Schauplatz.

Wenn die deutsche Nationalmannschaft zum Turnierauftakt auf China trifft (19 Uhr), ist der Kampf des US-Volkssports gegen sein Exoten-Image zumindest in der bayerischen 130.000-Einwohner-Stadt endgültig gewonnen.

Dank Zusatztribünen werden in Regensburgs ohnehin schmucker Armin-Wolf-Arena 10.000 Zuschauer Platz finden - Volksfest-Stimmung inklusive.

Ob das Spiel um Strikes, Runs und Hits durch die WM aber auch im Rest der Republik ankommt, bleibt abzuwarten. Zu undurchsichtig scheinen den meisten Laien die komplexen Regeln, zu langatmig wirkt mancher Spielverlauf.

Bei den Weltsportarten dabei

"Wir sind ein Nischensport, doch wir haben den Vorteil, dass wir bei den Weltsportarten ganz oben mit dabei sind", meint WM-Chef-Organisator Armin Zimmermann.

Weltweit sind rund 250 Millionen Aktive dem Spiel mit der Holzkeule und dem lederummantelten Ball verfallen. Zimmermann: "So viele Leute können nicht irren. So viel Dramatik und Präzision gibt es in keiner anderen Sportart."

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) scheint dieser Einschätzung jedoch nicht zu folgen und strich Baseball unlängst aus dem Programm für die Sommerspiele 2012 in London. Umso mehr soll die WM nun für einen Popularitätsgewinn in Europa sorgen.

Fünf Schauplätze in der Vorrunde

Folgerichtig wird das Turnier erstmals nicht in nur einem Land sondern über den ganzen Kontinent verteilt ausgetragen.

Neben Regensburg sind Barcelona, Zagreb, Prag und Stockholm Schauplätze der Vorrunde, die in fünf Gruppen mit jeweils vier Mannschaften ausgetragen wird.

Auf Deutschland wartet zwei Tage nach dem Auftakt gegen China Titelverteidiger USA (19 Uhr). Zum Abschluss geht es am Samstag (19 Uhr) gegen Venezuela.

Vier besten Gruppendritten dabei

Um die Zwischenrunde in Italien und den Niederlanden (14. bis 20. September) zu erreichen, müsste die Mannschaft von Bundestrainer Greg Frady in ihrer Gruppe mindestens Zweiter werden oder sich als einer der vier besten Gruppendritten qualifizieren.

Als Favoriten auf die Endspielteilnahme am 27. September in Rom gelten neben den USA noch Olympiasieger Südkorea und Kuba.

Kein A-Rod, Jeter oder Manny Ramirez

Auf die großen Stars der US-Profiliga Major League Baseball (MLB) müssen die Fans bei der WM allerdings verzichten. Die MLB befindet sich derzeit in der entscheidenden Phase der regulären Saison und stellt keine Profis für das Turnier ab.

Die USA müssen somit auf Spieler aus den unterklassigen Minor Leagues setzen.

Über größeres internationales Renommee als die Weltmeisterschaft verfügt ohnehin das bisher alle drei Jahre ausgetragene World Baseball Classic (WBC), bei dem auch die Topstars dabei sind.

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