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Benjamin Kleibrink holte bei Olympia in Peking 2008 die Goldmedaille © getty

Nach der verpassten Medaille im Einzel will der deutsche Fecht-Star nun mit der Mannschaft die Goldmedaille bei der WM holen.

Antalya - Im Einzel blamiert, in der Mannschaft topmotiviert: Olympiasieger Benjamin Kleibrink brennt nach der Demütigung durch einen chinesischen Teenager auf Wiedergutmachung.

Minuten nach seiner Einzelpleite machte der Florett-Spezialist bei der Weltmeisterschaft in Antalya eine klare Ansage.

"Ich muss jetzt schnell wieder in Bestform kommen. Wir wollen Gold. Ich habe keinen Bock, schon wieder Silber zu holen", sagte Kleibrink vor dem Beginn der Mannschaftswettbewerbe.

Am Dienstag können die Florett-Artisten ihren Erfolgshunger stillen.

"Wir wollen jetzt Gold"

Der dreimalige Weltmeister Peter Joppich, nach dem Einzel bereits mit Bronze dekoriert, hat ebenfalls noch lange nicht genug: "Wir wollen jetzt Mannschaftsgold. Im Einzel hätte es jedoch ruhig etwas mehr sein können."

Kleibrink schlurfte am Montag in Flipflops und Badeshorts durch die Halle und verkündete ganz locker: "Das wird schon was."

Laut Sportdirektor Manfred Kaspar hat gerade das wenig berauschende Ergebnis im Einzelwettbewerb die Chancen auf eine Mannschaftsmedaille erhöht.

"Nach dem Einzel sind noch genügend Erwartungen an die eigene Leistung unerfüllt geblieben. Wir gehören zu den Topfavoriten, gemeinsam mit China und Italien. Wir wären mal dran."

Drei Niederlagen im Finale

Zuletzt scheiterte die Herrenflorett-Equipe dreimal im Finale - sowohl in Peking als auch bei den Weltmeisterschaften in Turin und St. Petersburg. Bei der EM 2009 gab es Bronze.

Doch die Florett-Fechter sind keinesfalls die einzige Goldhoffnung. Mit Olympiasiegerin Britta Heidemann sowie der Olympia-Fünften Imke Duplitzer ist der Deutsche Fechter-Bund (DFeB) auch bei den Damen exzellent aufgestellt.

"Wir sind ein gutes Team", sagte Heidemann, Kaspar dagegen dämpfte die hohen Erwartungen: "Wir haben im Damendegen sechs Medaillen in Serie gewonnen. Aber das kann ganz schnell auch mal abreißen. Dort sehe ich uns derzeit nicht bei den Topfavoriten."

Kaspar setzt auf Trotz-Effekt

Die Degenherren um Sven Schmid haben wie Kleibrink eine Rechnung zu begleichen. "Unser schwaches Abschneiden im Einzel besagt für die Mannschaft gar nichts", sagte der Europameister.

Kaspar setzt auf einen Trotz-Effekt: "Die Jungs können viel mehr, als sie gezeigt haben. Ich hoffe, das rufen sie auch ab."

Bei der Europameisterschaft war die Degen-Mannschaft schon im Achtelfinale an Norwegen gescheitert und belegte am Ende den neunten Platz.

Somodi fordert Edelmetall

Die positiven Ergebnisse, die es in Antalya bereits im Damensäbel-Einzel zu vermelden gab, lassen den Sportdirektor nicht von Medaillen träumen. (Heidemann will nicht wie Bolt sein)

"Da müssen wir auch mal die Bremse treten. Im Einzel waren wir famos, aber daraus kann man keine Medaillenchance ableiten. Dafür sind wir zu jung und zu instabil", sagte Kaspar.

Im Damenflorett fordert Bundestrainer Lajos Somodi dagegen Edelmetall: "Wir wollen eine Medaille holen, sind die Nummer drei der Weltrangliste. Das ist unser Ziel. So selbstbewusst müssen wir sein."

Katja Wächter kündigte an, ihre "Wut aus dem Einzel" nun im Teamwettbewerb in Leistung umzusetzen. Drei von vier deutschen Damen waren im Einzel-Achtelfinale gescheitert.

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