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Benjamin Kleibrink gewann 2008 in Peking Gold © getty

Die Italiner erweisen sich im Finale zu stark für das deutsche Quartett. Die Säbel-Damen scheitern im Viertelfinale.

Antalya - Der verflixte "Silberfluch" hält an, WM-Gold bleibt für die deutschen Florettfechter unerreichbar.

Olympiasieger Benjamin Kleibrink, der WM-Dritte Peter Joppich, Sebastian Bachmann und Dominik Behr scheiterten beim Sturmlauf auf den ersehnten Titel zum vierten Mal nacheinander an der allerletzten Hürde.

Das deutsche Quartett des Bundestrainers Uli Schreck verlor wie im Vorjahr gegen Italien im dramatischen Finale hauchdünn 41:45.

Schreck verspricht "neuen Anlauf"

"Man hat gemerkt, dass uns einige harte Kämpfe in den Beinen steckten. Es ist schade für die Jungs, aber Vize-Weltmeister - das nehmen wir gerne mit. Wir starten einen neuen Anlauf", sagte Schreck.

Und auch die Enttäuschung bei Sportdirektor Manfred Kaspar hielt sich in Grenzen: "Super, dass es wieder für das Finale gereicht hat. Unser Medaillensatz ist komplett", wehmütig.

"Nur schade, dass es wieder kein Gold wurde."

Dritte WM-Medaille

Für den Deutschen Fechter-Bund war es nach dem WM-Titel für Säbelfechter Nicolas Limbach und Bronze für Joppich im Einzel schon die dritte Medaille.

Die Säbeldamen landeten am ersten Tag der Mannschaftswettbewerbe auf Rang acht.

Die italienischen Weltklassefechter um Weltmeister Andrea Baldini erwiesen sich als einen Hauch stärker als die deutsche Equipe.

Baldini setzt entscheidenden Treffer

Im zweiten Gefecht zog Baldini gegen Bachmann auf 9:3 davon, aber Kleibrink punktete mit 10:6 gegen den dritten Mann Simone Vanni.

Mit einem 10:3 gegen Vanni stellte Joppich dann auf 25:23 sogar zwischenzeitlich die Zeichen auf Sieg, ehe sich doch die Klasse der Italiener durchsetzte und Baldini gegen Joppich die entscheidenden Treffer setzte.

Bereits das Halbfinale hatte jede Menge Nervenkitzel geboten. Ein überragender Joppich übernahm gegen den EM-Zweiten Russland beim Stand von 30:35 von Kleibrink und legte im letzten Gefecht mit einem 12:4 eine großartige Aufholjagd zum Endstand von 42:40 hin.

Steigerung nach Stotterstart

Es lief plötzlich wie geschmiert, dabei hatten Kleibrink, Joppich, Bachmann und Behr am frühen Morgen einen Stotterstart erwischt.

Gegen Österreich quälte sich das Quartett von Trainer Uli Schreck, selbst Mannschafts-Olympiasieger von 1992, gewann aber 45:39.

Gegen Polen im Viertelfinale kam Kleibrink endlich richtig in Schwung, er verwandelte mit ruhiger Hand und der Wut nach seiner Einzelpleite im Bauch gleich zweimal Rückstände in Führungen. Am Ende stand ein 43:37, das durch Joppich besiegelt wurde.

Säbeldamen mit Achtungserfolg

Die Säbeldamen sorgten für einen Lichtblick, mehr war nicht drin. Alexandra Bujdoso, Stefanie Kubissa, Anna Limbach und Sibylle Klemm mussten im Viertelfinale dem Olympia-Vierten Russland mit 36:45 den Sprung in de Medaillenrunde überlassen.

Niederlagen gegen den Olympia-Dritten USA (33:45) und Polen (28:45) folgten.

Es stand aber immerhin am Ende ein viel besseres Ergebnis zu Buche als beim WM-Debakel von 2007 in St. Petersburg (16.).

"Platz acht spiegelt unser derzeitiges Leistungsvermögen wider", sagte ein zufriedener Disziplin-Bundestrainer Eero Lehmann.

Am Mittwoch wollen die Degenherren um den im Einzel früh gescheiterten Sven Schmid eine weitere Medaille holen. Zudem steht die Damenflorett-Konkurrenz auf dem Programm.

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