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Der sitzt: Anja Schache (l.) punktet fürs deutsche Team © getty

Anja Schache und Co. beenden die schwarze Serie seit 1999. Das männliche Quartett verpasst dagegen Edelmetall.

Antalya - Die Florettdamen jubelten über die Bronzemedaille, die Degenherren verpassten diese dagegen um Haaresbreite: Nur das deutsche Florett-Quartett nahm an einem sportlich guten vorletzten Tag der Fecht-WM Edelmetall mit ins Hotel.

Anja Schache, Katja Wächter, Carolin Golubytskyi und Maria Bartkowski brachen den Bann und gewannen in Antalya durch ein 42:30 gegen Rumänien die erste WM-Medaille mit dem Florett seit dem Titel 1999 in Seoul.

Während die Damen ausgelassen über die Planche tanzten und Jubelschreie abgaben, schlichen Sven Schmid, Jörg Fiedler, Martin Schmitt und Christoph Kneip geknickt von dannen.

"Endlich ist der Fluch besiegt"

Sie kehrten nach den Pleiten des Vorjahres zwar als Vierte in die Weltspitze zurück, Bronze aber verpasste das Team haarscharf im Sudden Death: Ein 22:23 gegen Polen bedeutete das Ende aller Träume.

Den Titel holte erneut Frankreich.

Die Bronzemedaille der Damen-Mannschaft sorgte beim Sportdirektor für Entzückung. "Endlich ist der Fluch besiegt. Eine tolle Leistung, super", sagte der Delegationsleiter, der aber auch Mitleid mit den niedergeschlagenen Degenfechtern empfand.

"Das ist jammerschade, nach dieser so tollen Leistung gegen Italien", sagte Kaspar nach dem Thriller gegen den Olympiazweiten Polen: "Wenn man so nah dran ist, ist das bitter."

Weitere Erfolge im Visier

Beim WM-Finale am Donnerstag wollen Degen-Olympiasiegerin Britta Heidemann und der frisch gebackene Weltmeister Nicolas Limbach ihre Teamkollegen zu weiteren Erfolgen führen.

Vor dem letzten Tag der Wettbewerbe stehen einmal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze in der deutschen WM-Bilanz.

Die Degen-Mannschaft rehabilitierte sich immerhin für die Pleite von 2008 mit Platz neun bei der EM in Plowdiw sowie dem verpassten Olympia-Ticket.

Siegeszug der Damen

"Medaille verpasst, aber Selbstvertrauen getankt", analysierte Disziplin-Bundestrainer Didier Ollagnon. Jörg Fiedler bescheinigte sich und seinen Teamkollegen eine "ordentliche Leistung ohne Happy End".

Für die Florett-Equipe wäre sogar "mehr drin" gewesen, wie Bundestrainer Lajos Somodi feststellte. Olympiasieger Russland war im Halbfinale nur einen Hauch stärker.

Die deutschen Damen setzten nach ihren dreifachen Achtelfinal-Aus im Einzelwettbewerb zu einem Siegeszug an und verpassten das Finale beim 35:36 um einen Treffer.

Singapur beim 45:20 zum Auftakt und die Ukraine (35:23) waren gegen das deutsche Quartett ohne Chance.

Degenfechter marschieren durchs Tableau

Die Degenfechter hatten im Einzel noch enttäuscht, unter anderem war Schmid in der zweiten Runde ausgeschieden. Doch als Mannschaft marschierten sie nach einem mühevollen 33:29-Auftaktsieg gegen Israel durch das Tableau.

Zunächst mussten sich die Russen mit 35:45, im Viertelfinale die starken Italiener um ihren Olympiasieger Matteo Tagliariol 39:45 geschlagen geben.

Ungarn zerstört Gold-Traum

Der Traum vom Gold platzte im Halbfinale gegen den Europameister Ungarn.

Eine heftige Auseinandersetzung zwischen Schmid und Bundestrainer Didier Ollagnon ("Wenn du auf mich nicht hörst, können wir gleich aufhören") brachte das Team ein wenig aus dem Tritt.

Schmid verbat sich auch noch die Einmischung von Manfred Kaspar: "Lass mich in Ruhe!" Dann kassierte er die letzten Treffer zum 38:45.

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