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Britta Heidemann gewann mit dem deutschen Degen-Team 2004 in Athen olympisches Silber © getty

Die Olympiasiegerin scheitert bei der WM auch im Team vorzeitig. Auch das Säbel-Quartett um Nicolas Limbach enttäuscht.

Antalya - Als das goldene Happy End verpasst war, schlich Britta Heidemann niedergeschlagen von der Planche und ließ sich von den Teamkolleginnen trösten. (Bronze für Florett-Team - Blech für Degen-Herren)

Die Olympiasiegerin wollte es unbedingt alleine richten, kassierte aber im Halbfinale des Teamwettbewerbs in Antalya am letzten Tag der Fecht-WM den entscheidenden Treffer.

Das Degen-Duell mit Polen ging 28:29 verloren, Heidemann verpasste nach ihrem schwachen Abschneiden im Einzel auch Mannschafts-Gold. Der 45:35-Erfolg im Bronze-Gefecht gegen Weltmeister Frankreich zauberte dann doch noch ein Lächeln in ihr Gesicht der Olympiasiegerin.

Die Decke ist "arg dünn"

Die fünfte Bronzemedaille für das Degenteam in Serie polierte die recht gute Bilanz des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB) noch etwas auf. Am Ende stehen einmal Gold, einmal Silber und dreiimal Bronze zu Buche.

Pure Zufriedenheit herrschte allerdings nicht, denn Pleiten in einigen Disziplinen und ein drohendes Nachwuchsproblem bereiten den Offiziellen Sorgen. Das sehr gute Ergebnis der WM in St. Petersburg 2007 (2-1-3) wurde verfehlt.

"Antalya war absolut zufriedenstellend", sagte der Sportdirektor und Delegationsleiter Manfred Kaspar: "Aber ich befürchte, dass unsere Decke arg, arg dünn ist. Wir müssen in jeder Disziplin einen Junioren heranführen, um auf Dauer konkurrenzfähig zu bleiben."

Schnelles Aus fürs Säbelquartett

Ein halbes Dutzend Rückschläge und einige enttäuschte Hoffnungen brachten Kaspar nicht von seiner Einschätzung ab.

"Dass alle ihre Bestleistungen abrufen, ist unrealistisch. Und Gott sei Dank war Gold dabei, das gibt dem Ergebnis den richtigen Glanz und die nötige Strahlkraft."

Säbelfechter Nicolas Limbach sorgte für den einzigen Einzeltitel, gab seiner Mannschaft damit aber keinen Schub. Das Säbelquartett scheiterte zum Abschluss in der ersten Runde.

Florett die erfolgreichste DFeB-Disziplin

Insbesondere im Herrendegen, wo Bundestrainer Didier Ollagnon während der WM lautstark Alarm schlug und mangelnden Leistungswillen bei der Jugend beklagte, sind Sorgenfalten angebracht. Europameister Sven Schmid ist schon 31, und wenig kommt nach.

Aber in der Breite sind die deutschen Fechter stark. Platzen große Hoffnungen wie im Damendegen-Einzel oder im Florett, mit drei Medaillen dennoch die erfolgreichste Disziplin, springen andere ein.

"Alle waren am Erfolg beteiligt. Das Mannschaftsergebnis war toll, und auch im Einzel war es keineswegs schlecht", sagte Kaspar.

Limbach auf dem Boden

Am Donnerstag wollten Limbach und seine Teamkollegen Max Hartung und Björn Hübner auf das Podest, landeten aber auf dem Hosenboden.

Rumänien war in der ersten Runde Endstation. "Ich bin total enttäuscht. Ich war heiß und wollte die Jungs führen, das ging schief. Aber uns gehört die Zukunft", sagte Limbach.

"Bis zum vierten Gefecht haben wir alles richtig gemacht, taktisch aber dann die Disziplin verloren. Aber es geht weiter. In der nächsten Saison werden wir da sein", sagte Bundestrainer Vilmos Szabo.

Szabo fühlt sich benachteiligt

Der Rumäne diskutierte mit dem Kampfgericht und schimpfte, da er sich beim 41:45 "um zwei Treffer benachteiligt" fühlte. Das frühe Aus könne passieren.

Einen Impuls für die Sportart brachten die Titelkämpfe in Antalya keineswegs. Desolate Zuschauerzahlen und ein Chaos bei der Organisation verhinderten eine WM-würdige Atmosphäre im fast immer menschenleeren Expo Center.

"Das Zuschauerinteresse war gleich null. Ab und an habe ich ein paar Verirrte gesehen", sagte Kaspar.

Der Weltverband FIE muss sich einige unangenehme Fragen gefallen lassen. Um überhaupt akzeptable TV-Bilder der Finalkämpfe liefern zu können, mussten Athleten, Betreuer und Offizielle auf den Tribünen platziert und zum Zusammenrutschen animiert werden. 2010 im prächtigen Pariser Grandpalais soll alles besser werden.

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