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2008 gewann Faris Al-Sultan den Ironman Germany © imago

Faris Al-Sultan gewann 2005 den Ironman auf Hawaii. Im Interview mit Sport1.de spricht er über seine Ziele für Hawaii 2008.

Von Michael Spandern

München - 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und zum Abschluss 42,195 km Laufen: Für den Münchner Faris Al-Sultan ist das mittlerweile fast Alltag.

1994 lief der der heute 30-Jährige seinen ersten Triathlon. Damals mit gefälschter Altersangabe.

Al-Sultan war erst 16 Jahre alt und damit eigentlich zu jung für einen Triathlon.

Ihm war's egal. Er nahm teil. Dieser Ehrgeiz verhalf Al-Sultan in den letzten Jahren zu großen Erfolgen. Vor allem über die Langstrecke.

Ironman-Sieger auf Hawaii

2005 gewann er als dritter Deutscher überhaupt den Ironman auf Hawaii. Einziges Problem: Bei Olympia wird nur die Kurzstrecke gelaufen, die nicht zu seinen Spezialitäten zählt.

Beim Erdinger Stammtisch sprach Al-Sultan im Interview der Woche über die Goldmedaille von Jan Frodeno und seine Hoffnung, dass der Ironman doch noch olympisch wird.

Sport1.de: Deutschland hat mit der Goldmedaille von Jan Frodeno seinen Status als Triathlon-Land bestätigt. Wie haben sie das Rennen erlebt? Haben sie es am Fernsehen verfolgt?

Faris Al-Sultan: Ich habe es mir im Trainingslager in der Schweiz angeschaut. Ich habe mich wahnsinnig gefreut. Vom Damen-Rennen war ich ein wenig enttäuscht. Ich habe gehofft, dass unsere Mädels ein wenig mehr machen. Aber bei den Herren sind wir gut entschädigt worden. Nicht nur wegen dem Olympiasieg, man darf auch den sechsten Platz nicht vergessen. Und ein ganz junger Mann landete auf Platz 15. Das war aller Ehren wert.

Sport1.de: Welchen Stellenwert hat so eine Goldmedaille für das ganze Triathlon-Land?

Al-Sultan: Eigentlich einen sehr hohen. Aber da gibt es natürlich immer ein Problem. Wir haben 1997 den Hawaii-Sieger gestellt und hatten 2000 einen Silbermedaillen-Gewinner. Wir haben jetzt drei Jahre in Folge, also von 2004 bis 2006, den Hawaii-Sieger gestellt und hatten letztes Jahr einen Weltmeister. Wir sind eigentlich schon immer ganz gut. Aber ich glaube, dass der Triathlon noch nicht so ganz den Stellenwert hat, den er verdient hat.

Sport1.de: Wie kann man den noch verbessern?

Al-Sultan: Wir hoffen jetzt, dass der Verband sehr viel macht. Dass wir unsere eigene Kurzstrecken-Serie, die wir ja haben, populärer machen. Dann hoffen wir natürlich, dass die Langdistanz genau so erfolgreich ist wie die Kurzdistanz. Damit wir auch weiterhin in den Medien präsent sind.

Sport1.de: Hat man als Langdistanzler die Hoffnung, dass der Ironman doch noch irgendwann olympisch wird?

Al-Sultan: Das wäre eine interessante Idee. Das Problem ist aber, dass der Ironman einer privaten Firma gehört. Er ist also praktisch eine private Veranstaltung. Die Kurzdistanz wird hingegen vom Weltverband geführt. Und die beiden mögen sich nicht so sehr.

Sport1.de:Aber die Distanz ist doch nicht patentiert?

Al-Sultan: Nein, das nicht. Es ist so, dass es da noch Schwierigkeiten gibt und wir erwarten auch einen Führungswechsel in der Führungsspitze der ITU. Dann werden sich wahrscheinlich die Firma, der der Ironman gehört und die ITU wieder annähern. Das hoffe ich zumindest. Und dann ist auch bestimmt für solche Ideen wieder alles offen.

Sport1.de: Vielleicht schon 2012?

Al-Sultan: Nein, das geht wohl nicht.

Sport1.de: Wie nahe stehen sich die Kurzdistanzler und die Ironman-Läufer?

Al-Sultan: Teilweise sehr nahe. Mal abgesehen davon, dass von uns ja einige im selben Team oder befreundet sind, machen einige Langdistanzler ja auch noch Kurzdistanz. So wie ich zum Beispiel. Also man sieht sich auf Wettkämpfen, schätzt und respektiert sich. Einige fahren auch zusammen ins Trainingslager.

Sport1.de: Sie haben schon sehr früh auf die Langstrecke gesetzt. Warum?

Al-Sultan: Ja. Bei mir ist es im Unterschied zu einem Thomas Hellriegel oder einem Lothar Leder so, dass ich nie im Kader war. Also ich kam nicht aus der typischen Schiene: Man ist im Kader, macht Sprintdistanz, Kurzdistanz und dann geht man eben auf die Langdistanz. Sondern ich kam vom Schwimmen und wollte einfach gleich Ironman machen und wollte auch gar kein Profi werden. Das war also alles ein positiver Unfall.

Hier geht's zum zweiten Teil des Interviews

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