vergrößernverkleinern
Britta Steffen feiert ihren Sieg über 100 Meter Freistil und den Europarekord © getty

Die frühere Europameisterin lässt die Kritiker verstummen und sichert sich in ihrer Paradedisziplin über 100 Meter Freistil souverän das Olympia-Ticket.

Berlin - Britta Steffen riss sich die goldene Badekappe vom Kopf, schüttelte das blonde Haar und zeigte ihr strahlendes Lachen:

Nach ihrem Europarekord darf Deutschlands Schwimm-Star mehr denn je vom Olympiasieg träumen und hat die Kritiker verstummen lassen.

Beim Heimspiel in Berlin sicherte sich Steffen über ihre ehemalige Weltrekordstrecke 100 m Freistil den nationalen Titel sowie das Ticket für Peking.

Sie blieb in 53,20 Sekunden eine Zehntel unter ihrer alten Bestmarke und feierte unbeeindruckt von der Schelte nach ihrem Startverzicht über die doppelte Distanz einen Befreiungsschlag.

Wackersteine vom Herz gefallen

"Mir sind ganz viele Wackersteine vom Herzen gefallen", meinte Steffen nach ihrem beeindruckenden Coup erleichtert:

"Die letzten Tage waren nicht einfach für mich, denn ich war eine negative Presse aus dem eigenen Land nicht gewohnt. Aber ich habe die passende Antwort gegeben."

In Peking strebt die WM-Dritte und Ex-Europameisterin das erste Olympia-Gold für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) seit Dagmar Hase 1992 in Barcelona an.

"Noch ein weiter Weg zum Weltrekord"

"Zum Weltrekord der Australierin Lisbeth Trickett ist es aber noch ein weiter Weg. Ich sehe mich deshalb auch nicht als Favorit und weiß, dass ich noch viel zu tun habe", sagte die 24-Jährige.

Allerdings hatte Steffen, die zum Abschluss in Berlin am Mittwoch die Fahrkarte über 50 m Freistil lösen will, zuletzt auch mit Schulterproblemen ausgesetzt und deshalb auf die EM in Eindhoven verzichtet.

Erleichterung bei Buschschulte

"Wahnsinnig erleichtert" war auch Antje Buschschulte.

Die Magdeburgerin schwamm zeitgleich mit Daniela Götz aus Erlangen (55,04) auf Platz drei, qualifizierte sich hinter Steffen und Petra Dallmann aus Heidelberg (54,90) für die Staffel und machte damit im letzten Versuch die Teilnahme an ihren vierten Olympischen Spielen perfekt.

Deibler mit deutschem Rekord über 50 Meter

Wie schon über 100 m Freistil schwamm Steffen Deibler auch über die halbe Strecke deutschen Rekord.

In 22,11 Sekunden blieb der 20-Jährige aus Biberach vier Hundertstel unter der Bestmarke von Rafed El-Masri aus dem Vorlauf.

Der Deutsch-Syrer El-Masri (22,26) qualifizierte sich ebenfalls für Peking und wird dort auch für den DSV an den Start gehen.

Der 25 Jahre alte Berliner war in Athen und bei der WM in Melbourne noch für das Heimatland seiner Eltern angetreten.

Meeuw und Poewe gut in Form

Ihre gute Form unterstrichen die neuen Europarekordler Helge Meeuw und Sarah Poewe.

Der Frankfurter Meeuw sicherte sich über 200 m Rücken (1:57,92) ebenso seinen zweiten Start in Peking wie Poewe über 200 m Brust.

Poewe blieb in 2:25,53 Minuten nur zwei Zehntel über dem deutschen Rekord von Birte Steven und verwies die ebenfalls qualifizierte Olympia-Dritte Anne Poleska aus Essen (2:25,79) auf Platz zwei.

Kasprowicz verpasst die Olympia-Qualifikation

Die Chance auf die Olympia-Qualifikation über 200 m Lagen vorzeitig vergeben hatte Kamil Kasprowicz.

Der deutsche Rekordhalter aus Hannover wurde im Vorlauf nach einem Wendefehler disqualifiziert.

Den Titel sicherte sich Deibler (2:02,23), der aber über der Richtzeit blieb.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel