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Nicht nur im Fußball soll die Wettmafia ihre Finger im Spiel gehabt haben © imago

Nach Medienberichten wurde nicht nur in der Königssportart manipuliert. Auch eine erste deutsche Liga soll betroffen sein.

Hamburg - Das nächste Detail sickert durch: Neben dem Fußball könnten auch Basketball und Tennis vom neuen europäischen Wettskandal betroffen sein.

Laut "Spiegel" soll Ante S., mutmaßlicher Drahtzieher der Manipulationen, im Juni versucht haben soll, auch ein Spiel der Playoffs in der Basketball-Bundesliga zu kaufen.

Zudem finden sich in den Unterlagen der ermittelnden Staatsanwaltschaft Bochum Verdachtsmomente, dass ein Frauen-Doppel beim Tennisturnier in Fes/Marokko im April dieses Jahres verschoben worden sein könnte.

Schon 17 Länder betroffen

Das Nachrichtenmagazin berichtet weiter, dass sich auch im Fußball die Zahl der betroffenen Länder weiter vergrößert habe, von zuletzt neun auf jetzt 17 Länder.

Bereits am Freitag hatte der "Spiegel" veröffentlicht, dass die Wettmafia nach Erkenntnissen der Ermittler auch versucht haben soll, Einfluss auf das WM-Qualifikationsspiel zwischen Bosnien und der Türkei am 9. September 2009 (1:1) zu nehmen.

Es "soll versucht worden sein, den bosnischen Trainer mit 500.000 Euro zu bestechen, um den Türken einen 'sicheren Sieg zu ermöglichen'." Der Trainer soll das Angebot abgelehnt haben.

Spieler gezielt unter Druck gesetzt

Derweil berichtet der "Focus", dass angeblich mehr als 550.000 Euro Bestechungsgeld an zu Manipulationen angestiftete Spieler in mehreren Ländern gezahlt wurden.

Die Bande um Ante S. habe offenbar gezielt nach betrugsbereiten Fußballern gesucht.

Sie hätten analaysiert, ob Spieler zum Glücksspiel neigten oder Schulden hätten. Nach lockeren Erstkontakten seien die Spieler dann moralisch unter Druck gesetzt und mit bis zu fünfstelligen Summen bestochen worden.

Strohmänner in Wettbüros?

Zudem habe die Bande auch eigene Leute als Strohmänner in Wettbüros eingeschleust, berichtet das Magazin unter Berufung auf einen Insider, der lange Zeit selbst zu der Bande gehört habe.

Durch diese Strohmänner hätten die Betrüger auch Wetten platzieren können, die von normalen Angestellten nicht angenommen worden wären.

So soll beispielsweise ein Wettbüro in Nürnberg von einem 34-Jährigen geleitet worden sein, der laut Staatsanwaltschaft Bochum zur "Führungsebene" der weltweit opererierenden Wettmafia gehören soll.

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