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Steffi Nerius krönte ihre Karriere mit Gold bei der WM 2009 in Berlin © getty

Für die Weltmeisterin ist es ein "traumhafter Abschluss" ihrer Karriere. Der Schwimmstar siegt vor Vizeweltmeister Vettel.

Baden-Baden - Schwimm-Star Paul Biedermann und Speer-Weltmeisterin Steffi Nerius strahlten im Blitzlichtgewitter der Fotografen als Deutschlands "Sportler des Jahres" um die Wette.

Daneben ließen sich die Fußball-Frauen fast exakt 100 Tage nach ihrem siebten EM-Triumph im Kurhaus von Baden-Baden als Mannschaft des Jahres feiern.

Biedermann siegte mit 3569 Punkten vor Formel-1-Vizeweltmeister Sebastian Vettel (2034) und Diskus-Weltmeister Robert Harting (1437).

Nerius hatte mit 3443 Zählern die Nase vor der letztjährigen Gewinnerin Britta Steffen (2741) und Ski-Rennläuferin Maria Riesch (1934). Hinter den Fußballerinnen (2846) folgten der Deutsche Meister VfL Wolfsburg (1888) und der Deutschland-Achter (1709) auf den Plätzen.

63. Wahl zum Sportler des Jahres

Insgesamt hatten 1404 Sportjournalisten bei der 63. Umfrage der Internationalen Sportkorrespondenz (ISK) seit 1947 die Nachfolger von Gewichtheber-Olympiasieger Matthias Steiner, Schwimm-Star Britta Steffen und den Hockey-Herren gewählt.

Unter den 750 geladenen Gästen im Benazet-Saal des Kurhauses Baden-Baden applaudierten auch 45 frühere "Sportler des Jahres" den Siegern.

Tradition der Kernsportarten

"Ein traumhafter Abschluss meiner Karriere, als hätte Hollywood Regie geführt", sagte Steffi Nerius (37), die zusammen mit dem erst am Anfang seiner Laufbahn stehenden Paul Biedermann (23) die große Tradition der beiden olympischen Kernsportarten bei der Wahl fortsetzte.

Biedermann sorgte für den 20. Sieg der Schwimmer und Nerius bereits für den 38. Erfolg einer Leichtathletin bei Sportler-Wahlen in Deutschland West und Ost.

Biedermann Nachfolger von Groß

"Ich hebe jetzt nicht ab. Ich bin auch kein sogenanntes One-Hit-Wonder", sagte der Doppel-Weltmeister aus Halle/Saale bescheiden, der bei der Schwimm-WM auf dem Weg zum Freistil-Gold (200 und 400 m) auch den 14-maligen Olympiasieger Michael Phelps (USA) entzaubert hatte.

Biedermann triumphierte als erster Schwimmer seit Olympiasieger Michael Groß (Offenbach/1988).

Leichtathletik im Rampenlicht

Nerius, die in Berlin die Konkurrenz mit dem ersten Wurf matt gesetzt hatte, brachte neun Jahre nach dem Weitsprung-Triumph von Heike Drechsler in Sydney wieder die Leichtathletik ins Rampenlicht.

"Ende September hatten mich schon die von der Sporthilfe geförderten Athleten vor Paul Biedermann auf Platz eins gewählt. Umso schöner, dass auch die Journalisten meine Leistung hoch einschätzen", sagte Nerius, die seit der EM 2002 in München binnen acht Jahren sieben internationale Medaillen gewonnen hat.

Vettel wieder nur Vize

Wie bei der Formel-1-WM landete Sebastian Vettel auf Platz zwei. Dritter wurde Robert Harting, der bei seiner Berliner Heim-WM überraschend Gold im Diskusring gewonnen hatte. Auf Platz 13 landete der ehemalige Fußball-Nationaltorhüter Robert Enke, der im November Selbstmord begangen hatte, obwohl er gar nicht auf der Vorschlagsliste stand.

Britta Steffen half es am Ende auch nicht, dass sie bei der WM in Rom ihr Gold-Double von Olympia 2008 über 50 und 100 m Freistil wiederholte.

Dritte wurde Slalom-Weltmeisterin Maria Riesch (Partenkirchen), auch Gold-Hoffnung für Olympia 2010 in Vancouver/Kanada (12.-28. Februar).

DFB-Frauen vor Wolfsburg

"Wir freuen uns natürlich auch, dass wir einen Platz vor dem VfL Wolfsburg gelandet sind", sagte Silvia Neid als Trainerin des Welt- und Europameisters mit Blick auf die männliche Konkurrenz aus dem Fußball-Lager, die wegen der Hochzeit ihres Torhüters Diego Benaglio lediglich zugeschaltet wurde.

Dritter wurde der Deutschland-Achter.

Keine politische Prominenz

Die politische Prominenz war diesmal nicht präsent.

Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg fehlte zwei Jahre nach dem Auftritt von Amtsvorgänger Franz Josef Jung als oberster Dienstherr vieler Bundeswehrsoldaten in Baden-Baden, ebenso der seit Ende Oktober für den Sport zuständige Bundesinnenminister Thomas de Maiziere.

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