Zur Weihnachtszeit wollen es sich auch Sportler gut gehen lassen. Doch manchmal wird die Lust nach einem Festmahl böse bestraft.

Weihnachtszeit, Essenszeit. Der eine bevorzugt die Gans, der andere schlesische Würstchen. Oder auch einen Schinken.

Und da erinnere ich mich an eine Episode, die vor dem Deutschen Galopper-Derby 1988 auf der Rennbahn in Hamburg-Horn für Aufsehen sorgte.

Man stelle sich diese Situation vor: Die vornehmen Damen und Herren des Hamburger Rennvereins, die "Von und zu", der Geld-Adel oder der sich dafür hält, und die, wie sie an der Alster genannt werden, die "Pfeffersäcke", erfuhren zwei Tage vor dem großen Event von einer für sie "üblen Geschichte".

Diese Geschichte geisterte durch alle Zeitungen, in der gesamten Bundesrepublik. Die erlauchten Turf-Funktionäre waren entsetzt. So was im edlen Galoppsport. Man war im Gegensatz zu vielen Fans "not amused".

In den Zeitungen mussten sie als Aufmacher lesen: "Jockeys als Schinkendiebe!"

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Was war denn da geschehen, das die Verantwortlichen des ehrwürdigen Rennvereins die Fassung verlieren ließ?

Es ging um Jockey Olaf Schick. Die Sponsoren BMW und Holsten hatten zum großen Aktiven-Abend gebeten. Das wollte sich natürlich niemand entgehen lassen.

Kurioses wurde geboten: Atti Darboven trat zum Karaoke an, es wurde einiges getrunken. Und genau in dieser Bierseligkeit kam Jockey Olaf Schick mit Kollegen auf die Idee, im benachbarten Zelt einen Schinken zu klauen - und flog prompt auf.

Der Skandal war perfekt. Jockeys als Schinkendiebe - unerhört! Dabei sollte Schick doch den Derby-Favoriten Luigi reiten. Aber dessen Besitzer kannte keine Gnade. Ein Schinkendieb auf meinem Pferd - niemals!

Für Schick wurde kurzfristig der Engländer Walter Swinburn verpflichtet. Und der gewann mit Luigi prompt das Deutsche Derby.

Das hatte der Olaf nun von seinem Schinken.

Wolfgang Kleine hatte als Journalist seine Feuertaufe bei der Fußball-WM 1974 in Deutschland. Danach wurden für ihn zahlreiche Handball-Spiele, die Berichterstattung vom Leichtathletik-Europacup 1979 und die Begleitung der Tour de France 1996 sowie 1997 unvergessliche Erlebnisse. Aber eines bleibt besonders in Erinnerung: Das Wintermärchen der Olympischen Spiele 1994 in Lillehammer.

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