vergrößernverkleinern
Ronnie O'Sullivan gewann bislang 22 Ranglistenturniere der Snooker Main Tour © getty

Bei wenigen Sportlern liegen Genie und Wahnsinn so nah beieinander wie beim dreimaligen Weltmeister. Vor der WM stapelt er tief.

Sheffield - Vorhang auf im Crucible Theatre von Sheffield - doch der Superstar der Snooker-Szene lehnt die Hauptrolle ab. (Alle Mehr-Sport-News)

"Das wird die knappste WM aller Zeiten. Ich erwarte nicht, dass ich gewinne, aber ich werde es versuchen", sagt Ronnie O'Sullivan vor der am Samstag beginnenden und 17 Tage dauernden Weltmeisterschaft.

Das Preisgeld kann sich sehen lassen. Es geht für die besten 32 Spieler im Snooker-Tempel um 1,1 Millionen Pfund, umgerechnet rund 1,25 Millionen Euro.

Dreimal schon hat der Engländer O'Sullivan triumphiert, 2001, 2004 und 2008.

Higgins ist Titelverteidiger

Im Vorjahr trat der Schotte John Higgins seine Nachfolge an, und den hat der 34-Jährige O'Sullivan wieder auf der Rechnung: "John hat an einem guten Tag sicher das beste Gesamtspiel, und dann wird er schwer zu stoppen sein."

Der Meister dieses Spiels ist Ronnie O'Sullivan, er ist das Genie. Der Engländer vereint Präzision mit Eleganz und unglaublicher Schnelligkeit.

Das "hohe C" beim Snooker ist ein Frame mit einer Maximalausbeute von 147 Punkten, das Maximum Break.

O'Sullivan hält Weltrekord

Der Weltmeister hat das nicht nur mehrmals geschafft, sondern 1997 in Weltrekordzeit von 5:20 Minuten. Nicht umsonst hat er den Spitznamen "The Rocket".

O'Sullivan fliegen die Herzen der Fans zu, er ist aber auch der Rüpel der Szene. Sein Vater sitzt wegen Mordes lebenslang im Gefängnis, er hatte einen Mann in einem Nachtclub erstochen.

Der Junior selbst ist depressiv. 1998 wurde ihm der Sieg im Finale der Irish Masters aberkannt, weil er positiv auf Cannabis getestet worden war.

Vater gilt als Antrieb

2006 gab O'Sullivan nach einem vermeidbaren Fehler im Viertelfinale der britischen Meisterschaft mitten im Spiel auf und verließ mit den Worten "Ich hab genug, Mann" den Saal.

2008 sorgte er während einer Pressekonferenz bei der China Open mit anzüglichen Bemerkungen über Oralsex und die Größe seines Geschlechtsteils für einen Eklat, für den er sich später entschuldigte.

Der einzige Antrieb für O'Sullivan ist sein Vater. Für ihn spielt er.

Viele sagen, dass er längst den WM-Rekord von Stephen Hendry (sieben Titel) hätte knacken müssen, doch immer wieder scheitert er an sich selbst.

Schlampiges Genie

Im Vorjahr war beispielsweise schon in Runde zwei der Nordire Mark Allen Endstation.

"Er ist der großartigste Spieler, den dieses Spiel je gesehen hat", sagte Allen nach seinem Triumph hochachtungsvoll über seinen unterlegenen Konkurrenten.

O'Sullivan blieb dagegen emotionslos: "Ich habe schon nicht gedacht, dass ich die erste Runde überstehe. Jeder hätte mich in dieser Form geschlagen."

Genie und Wahnsinn liegen beim Superstar halt immer eng beieinander.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel