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Skandal-Team: Die Fahrer von Saunier-Duval verlieren ihren Sponsor © getty

Nach mehreren Dopingfällen bei der Tour de France steigt das Unternehmen mit sofortiger Wirkung aus dem Radsport-Sponsoring aus.

München - Saunier-Duval hat die Konsequenzen aus dem Doping-Skandal um Riccardo Ricco bei der Tour de France gezogen.

Das Unternehmen stellt mit sofortiger Wirkung das Radsport-Sponsoring beim spanischen Rennstall ein. Damit verabschiedet sich ein weiterer Geldgeber aus dem Peloton, nachdem jüngst erst Barloworld seinen Rückzug angekündigt hatte.

Die Entscheidung von Saunier-Duval, das zur deutschen Vaillant-Gruppe gehört und Heiz- sowie Klimageräte herstellt, folgte nur sechs Tage nach dem Skandal um Ricco.

Positiv auf EPO

Der Bergspezialist und zweimalige Etappengewinner war bei der Tour positiv auf das Blutdopingmittel EPO getestet worden, das Ergebnis der B-Probe steht noch aus.

Das Team war daraufhin aus der Tour ausgestiegen und hatte bis zur Klärung der Fälle den Rennbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt.

"Man hat sich zusammengesetzt und ist am Ende mit einer Kündigung herausgekommen. Die aktuellen Ereignisse haben unsere spanische Tochtergesellschaft zum Rücktritt bewegt. Aber klar ist auch, dass bei einer solchen Geschichte auch die deutsche Geschäftsführung beteiligt ist", sagte Vaillant-Sprecher Jens Wichtermann der "Süddeutschen Zeitung".

Vorausgegangen war ein Krisengespräch mit Teamchef Mauro Gianetti in Remscheid.

Piepoli gesteht

Denn Ricco war offenbar kein Einzelfall.

Dessen Teamkollege Leonardo Piepoli soll gegenüber der Teamführung ebenfalls Doping-Praktiken gestanden haben. Beide Fahrer wurden umgehend entlassen.

Die Analyse der Blutwerte von Piepoli stehen noch aus. Bislang läge noch kein vierter Dopingfall vor, sagte Pierre Bondry als Präsident der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD.

Die restlichen Fahrer vom Saunier-Duval-Team hatten am Dienstag noch versucht, den Sponsor zu beschwichtigen - ohne Erfolg. In einem offenen Brief hatten sich die Akteure für einen sauberen Sport ausgesprochen.

"Null Toleranz"

"Null Toleranz" heißt es offenbar zunehmend bei den Sponsoren in puncto Doping.

Erst jüngst wurde bekannt, dass sich der Barloworld-Rennstall einen neuen Hauptsponsor suchen muss.

Wegen der Dopingvorfälle bei der 95. Frankreich-Rundfahrt wird der südafrikanische Geld- und Namensgeber Barloworld vorzeitig aus dem bis zum Saisonende 2009 datierten Vertrag aussteigen.

Deutschland-Tour ohne Saunier

Man werde die vertraglichen Bedingungen einhalten, als Namensgeber aber nicht mehr auftreten. Der Barloworld-Fahrer Moises Duenas Nevado war wie Ricco positiv auf EPO getestet worden.

Für die Organisatoren der am 29. August beginnenden Deutschland-Tour dürfte sich damit ein Problem gelöst haben. Renndirektor Kai Rapp wollte das Team vom Start ausschließen, ähnlich wie im Vorjahr beim Astana-Rennstall.

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