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John Higgins gewann das letzte WM-Finale gegen Shaun Murphy © getty

Der Schotte wird verdächtigt, Spielmanipulationen geplant zu haben. Higgins, dem eine Sperre droht, bestreitet die Vorwürfe.

Sheffield - Der Gentleman-Sport Snooker wird von einem Skandal erschüttert:

Der Weltverband WPBSA hat den dreimaligen Weltmeister John Higgins wegen des Verdachts der Spielmanipulation am Sonntag mit sofortiger Wirkung von allen professionellen Turnieren ausgeschlossen. (Alle Mehr-Sport-News)

Das gab der Verband wenige Stunden vor dem Beginn des WM-Finales in Sheffield zwischen Neil Robertson (Australien) und Graeme Dott (Schottland) bekannt.

Higgins streitet jegliche Vorwürfe vehement ab.

Vorwurf der Spielmanipulation

Dem Schotten, der im Crucible Theatre im Achtelfinale an der englischen Snooker-Legende Steve Davis gescheitert war, wird zur Last gelegt, eine Verabredung zur Spielmanipulation getroffen zu haben.

Ein Video, das die englische Tageszeitung "News of the World" veröffentlichte, soll Higgins und seinen Manager Pat Mooney dabei zeigen, wie sie zustimmen, dass der Spieler für umgerechnet 300.000 Euro mehrere Frames verlieren werde.

Die Manipulation sollte wohl im Laufe dieser Saison erfolgen.

"Extreme Strafe" droht

"Obwohl wir nicht sagen, dass er schuldig ist, sind es Anschuldigungen, auf die er antworten muss", sagte der Vorsitzende der WPBSA, Barry Hearn.

Die Sperre gegen Higgins gelte, solange die Untersuchungen andauern. Mooney habe sich aus der Führung der WPBSA bereits zurückgezogen.

Der Weltverband ließ keinen Zweifel daran, dass Higgins eine "extreme Strafe" droht:

"Die Glaubwürdigkeit unseres Sports muss um jeden Preis verteidigt werden. Wenn es Zweifel gibt, müssen wir handeln."

Higgins beteuert Unschuld

Higgins versicherte am Sonntag, er habe in seiner 18-jährigen Profikarriere "niemals einen Stoß absichtlich verzogen oder eine Kugel vorsätzlich nicht eingelocht. Ich war nie in Spielmanipulation verwickelt. Mein Gewissen ist zu einhundert Prozent rein."

Das Video sei in der Ukraine aufgenommen worden, er habe befürchtet, an einem Tisch mit der Russen-Mafia zu sitzen. "Als das Gespräch auf Manipulation kam, wollte ich nur noch da raus, nur noch weg, nur noch in den Flieger und dieses Land verlassen. Es schien mir das Sicherste, einfach mitzuspielen", sagte Higgins.

"Wizard of Wishaw" mit fünf perfekten Breaks

Der "Wizard of Wishaw" ist einer der beliebtesten Spieler der Snooker-Tour. Er wurde 1998, 2007 und 2009 Weltmeister, 2001 verlor er das Finale gegen Superstar Ronnie O'Sullivan.

Insgesamt hat der 34-Jährige 21 Weltranglisten-Turniere gewonnen und bereits fünf perfekte 147er-Breaks gespielt.

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