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Benjamin Kleibrink gewann bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 Gold © getty

Weder das Degen-Team der Damen noch die Florett-Herren klettern bei der Heim-EM aufs Podium. Ein Grund: Die vielen Verletzten.

Leipzig - Als der Traum von einer EM-Medaille beendet war, mussten die Fecht-Olympiasieger erst einmal ihre angeschlagenen Körper pflegen:

Benjamin Kleibrink konnte die Platzierungsgefechte des deutschen Florett-Teams nur noch mit einem Eisbeutel an seiner linken Hand verfolgen.

Die von Knieproblemen geplagte Degen-Spezialistin Britta Heidemann schlich von der Planche und die ebenfalls gehandicapte Europameisterin Imke Duplitzer humpelte in die Katakomben.

Am fünften Tag der Heim-EM in Leipzig blieben die deutschen Fechter erstmals ohne Medaille, scheiterten dabei aber nicht nur an ihren Gegnern, sondern auch an ihren Körpern.

Knapp an Medaille vorbeigeschrammt

Das deutsche Degen-Team schrammte mit Heidemann, Duplitzer, Monika Sozanska, Ricarda Multerer mit Platz vier knapp an einer Medaille vorbei, die Florett-Herren verloren im Viertelfinale gegen Großbritannien.

"Der Geist war willig, aber das Fleisch schwach", sagte Duplitzer nach der 35:45-Niederlage gegen Olympiasieger Frankreich im Kampf um Platz drei:

"Wenn fast die gesamte Mannschaft verletzt ist, ist der Tag natürlich Essig. Dann versucht man sich eben durchzukämpfen."

Kaspar: "Kein Beinbruch"

Sportdirektor Manfred Kaspar schränkte jedoch ein. "Gegen Frankreich kann man allerdings auch verlieren, wenn alle topfit sind", sagte er:

"Allerdings waren sie wirklich deutlich eingeschränkt. Insgesamt ist das aber kein Beinbruch." Bisher holten die deutschen Fechter in Leipzig fünf Medaillen.

Das deutsche Degen-Quartett hatte bereits im Halbfinale ein bitteres Deja-vu erlebt:

Wie schon bei der WM 2009 in Antalya unterlagen die Degenfechterinnen in der Runde der letzten vier dem späteren Europameister Polen im Sudden Death 26:27 und mussten damit ihren Traum von der ersehnten Goldmedaille begraben.

Heidemann niedergeschlagen

Heidemann zeigte sich bereits nach der Niederlage gegen Polen äußerst niedergeschlagen: "Ich bin sehr enttäuscht, weil wir nicht das erste Mal so knapp am Finale gescheitert sind."

Gegen Vize-Weltmeister Polen entwickelte sich ein enges Gefecht, bei dem am Ende Duplitzer im Sudden Death den entscheidenden Treffer zum 26:27 hinnehmen musste.

Gegnerin war pikanterweise Magdalena Piekarska, gegen die die Bonnerin im Einzelfinale den bisher einzigen deutschen EM-Titel gewonnen hatte.

Florett-Herren gehen komplett leer aus

Ganz ohne Edelmetall verabschiedeten sich die deutschen Florett-Herren um Kleibrink und den dreimaligen Weltmeister Peter Joppich von der Planche in Leipzig.

Das Team mit Andre Weßels und Sebastian Bachmann verlor im Viertelfinale gegen Großbritannien 41:45 und belegten am Ende Platz sieben. Im Einzelwettbewerb waren die deutschen Florettfechter ebenfalls früh ausgeschieden.

"Natürlich ist das enttäuschend, weil Großbritannien keine Übermannschaft ist, aber nach so vielen Jahren in der Weltspitze muss man ihnen auch mal ein kleines Tief verzeihen", sagte Bundestrainer Ulrich Schreck:

"Keine Vollprofis, sondern Studenten"

"Das sind keine Vollprofis, sondern Studenten. Da nehme ich sie in Schutz."

Den Titel holte sich Weltmeister Italien mit einem 45:33 gegen Russland und verteidigte damit den EM-Titel aus dem Vorjahr erfolgreich.

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