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Susanne Kiermayer holte 1996 bei Olympia in Atlanta die Silbermedaille © getty

Der Gastgeber enttäuscht bei der Heim-WM. Gold-Anwärterin Kiermayer verfehlt ihre anvisierte Medaille und erklärt ihren Rücktritt.

München - Deutschlands Sportschützen haben einen kapitalen Fehlstart in die Heim-Weltmeisterschaften in München hingelegt.

Die als Goldkandidatin angetretene Trap-Europameisterin Susanne Kiermayer verfehlte die anvisierte Medaille als 27. klar und erklärte danach ihren Rücktritt.

Im Luftgewehr-Wettbewerb hatte Jürgen Wallowsky als 16. zuvor das Finale um einen Ring verpasst.

"Das Leben ist nicht perfekt, und ich bin es auch nicht. Die Form war da, aber das Problem saß zwischen den Ohren", sagte die 42-Jährige Kiermayer in Anspielung auf ihre Nervenschwäche vor heimischem Publikum und beendete ihre internationale Karriere:

Rücktritt lange beschlossen

"Ich verabschiede mich in den sportlichen Ruhestand. Ich war froh, dass ich die Heim-WM mitmachen konnte."

Die Entscheidung für den Rücktritt hatte die Olympia-Silbergewinnerin von Atlanta 1996 schon vor zwei Jahren getroffen.

Ihr letzter internationaler Wettbewerb verlief gut einem Monat nach EM-Gold jedoch höchst unbefriedigend.

Schwache Leistung

Lediglich 66 von 75 Scheiben traf die Vizepräsidentin des Deutschen Schützen-Bundes (DSB), die eigentlich eine von den anvisierten vier deutschen Medaillen in den olympischen Disziplinen gewinnen sollte.

Mit dieser Leistung kam sie nicht einmal in die Nähe der sechs Finalplätze.

"Das war wirklich schade"

Dem 43 Jahre alten Jürgen Wallowsky kostete eine Neun im letzten Schuss die mögliche Finalteilnahme.

"Das war wirklich schade", sagte Gewehr-Bundestrainer Claus-Dieter Roth. Seine beiden anderen Schützen Tino Mohaupt (67.) und Norbert Ettner (82.) enttäuschten restlos.

Großer Zuschauer-Andrang

An der Zuschauerunterstützung lag es nicht, denn bei strahlendem Sonnenschein waren über 2000 Zuschauer auf die Olympia-Schießanlage von 1972 gekommen.

In der völlig überfüllten Finalhalle gewann der Italiener Niccolo Campriani mit 702,5 Ringen die erste WM-Goldmedaille vor Peter Sidi (Ungarn/700,4) und dem Inder Gagan Narang (699,0).

Die erste deutsche Medaille soll nun am Sonntag die viermalige Einzel-Weltmeisterin Sonja Pfeilschifter gewinnen. Die Lokalmatadorin geht als Mitfavoritin in den Luftgewehr-Wettbewerb.

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