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Katrin Wagner-Augustin gewann in Peking 2008 Gold im Kajak-Vierer © getty

Die deutschen Erfolge bei der Kanu-WM finden keine Fortsetzung. Favoritin Katrin Wagner-Augustin wird von Pflanzen gestoppt.

Posen - Erst ein goldenes Vorspiel, dann Tränen und Blech im Finale: Angeführt von Goldjunge Max Hoff und dem bärenstarken Zweierkajak mit Martin Hollstein/Andreas Ihle haben die deutschen Kanuten bei den Weltmeisterschaften in Posen fünf Titel und zehn Medaillen erpaddelt, doch das Ziel verpasste die erfolgsverwöhnte Flotte.

In den zwölf olympischen Disziplinen sprangen lediglich drei Gold,- zwei Silber- und eine Bronzemedaille heraus.

Dreimal Gold und sieben Medaillen waren die Vorgabe des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV). Bei der viermaligen Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) flossen sogar Tränen der Wut und Enttäuschung.

Frauen entttäuschen

"Das ist ein Warnsignal. Die Trainingsqualität muss besser werden", sagte Cheftrainer Reiner Kießler mit enttäuschter Miene im strahlenden Sonnenschein.

Besonders im Frauen-Bereich erlitt der DKV auf dem Malta-See Schiffbruch - kein Gold in den vier olympischen Klassen.

"Die eine oder andere muss um ihren Platz kämpfen", sagte Kießler und fügte mit Blick auf Platz zwei in der Nationenwertung hinter Ungarn und auf London 2012 an: "Das ist ein Fingerzeig, dass wir weiter an unseren traditionellen Strecken arbeiten müssen."

Wagner-Augustin von Algen gestoppt

Wagner-Augustin war nach Platz sieben im Einerkajak über 500 m auch nach Silber mit dem olympischen Viererkajak untröstlich: "Das waren unfaire Bedingungen. Im Vorfeld hätte man die Strecke noch einmal säubern müssen. Ich bin nur hinterhergefahren. Das war schon fast peinlich."

Wagner-Augustin, die mit der nicht-olympischen Kajak-Staffel zum Abschluss immerhin ihren zehnten WM-Titel holte, hatte sich im Einer-Rennen Algen eingefangen und knallte diese im

Anschluss voller Wut auf den Tisch des Schieds-Gerichtes.

Viermal Gold an Tag eins

Wesentlich besser war es für den DKV am ersten Finaltag gelaufen. Der Kölner Hoff verteidigte seinen Titel in der Königsdisziplin im olympischen Einerkajak über 1000 m erfolgreich, die Olympiasieger Hollstein/Ihle triumphierten im Zweierkajak.

Franziska Weber holte Gold im nicht-olympischen Einerkajak der Frauen.

Bei der WM-Premiere über 5000 m war zudem Ronald Verch im Canadier der Schnellste.

Hoff hält Druck stand

Hoff, der über 5000 m zudem Silber gewann, lag nach einem tollen Schlussspurt über den Kilometer 0,496 Sekunden vor dem Briten Tim Brabants. (Alles zum Kanusport).

Im Ziel schlug der von den deutschen Fans gefeierte 27-Jährige vor Freude mit der Hand aufs Wasser. "Da ist ein unglaublicher Druck von mir abgefallen", sagte Hoff.

Ihle will weitermachen

Mit der Goldmedaille um den Hals feuerte Hoff den Zweierkajak mit Ihle/Hollstein lautstark an.

Mit Erfolg: Im Ziel lag das in dieser Saison über den Kilometer noch unbesiegte Duo nur 0,180 Sekunden vor den Ungarn Zoltan Kammerer/Akos Vereckei. Der Einsatz in diesem Jahr habe sich gelohnt, so Ihle. 106033(DIASHOW: Berühmte Sportlerpärchen).

Der 31-Jährige hatte zuletzt mit Schulterproblemen zu kämpfen, kündigte nach der Goldfahrt aber eine Fortsetzung der Karriere an.

Seinen 23 Jahre alten Partner freute diese Entscheidung. "Wir ergänzen uns gut. Wir blicken jetzt Richtung London", sagte Hollstein nach seinem ersten WM-Titel.

Weber genießt Hymne

Ihre erste Goldmedaille holte auch Franziska Weber. Im Ziel folgte eine Umarmung mit Hoff, dann genoss sie ihren Triumph in vollen Zügen: "Bei der Hymne standen mir die Tränen in den Augen. Sie hätte ruhig noch ein bisschen länger gehen können."

Silber sicherten sich Ronald Rauhe im olympischen Einerkajak über die 200-m-Sprintdistanz und Carolin Leonhardt/Silke Hörmann (Mannheim/Karlsruhe) im nicht-olympischen Zweierkajak.

Bronze ging an den deutschen Meister Sebastian Brendel im olympischen Einercanadier und den nicht-olympischen Vierercanadier. "Silber fühlt sich an wie Gold", sagte Rauhe, dessen Start nach einer Bauchmuskelzerrung lange fraglich war.

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