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Max Hoff verteidigte in Posen seinen WM-Titel über 1000 Meter © imago

Kanu-Bundestrainer Kießler mahnt nach dem Verpassen der gesteckten Ziele den Trainingseifer an. Er stellt einen "schleichenden Prozess" fest.

Posen - Nach dem mäßigen Abschneiden bei den Kanu-Weltmeisterschaften in Posen schlägt Cheftrainer Reiner Kießler Alarm.

Zwei Jahre von den Olympischen Spielen in London appelliert Kießler besonders an den Trainingseifer der erfolgverwöhnten Frauen, die in den olympischen Klassen in Polen ohne Goldmedaille geblieben waren.

"Es fehlen im Frauen-Bereich zwei Medaillen, um unseren Anspruch erfüllen zu können. Wir müssen härter trainieren und die Qualität des Trainings erhöhen", sagte Kießler nach den Titelkämpfen auf dem Malta-See.

Schleichender Prozess

In den zwölf olympischen Disziplinen hatte der Deutsche Kanu-Verband (DKV) seine selbst gesteckten Ziele verfehlt. Statt der erwarteten sieben Medaillen wurden nur fünf erpaddelt, statt dreimal Gold zu holen, fuhren die DKV-Athleten nur zweimal als Erste durchs Ziel. (Algen-Ärger nach goldenem Vorspiel)

"Das ist ein schleichender Prozess. Ein vierter Platz ist beim nächsten Mal nicht automatisch ein Dritter", meinte Kießler, der mit Blick auf die Einführung der Sprintdistanz über 200 m bei Olympia 2012 in London einräumte: "Es war klar, dass wir die eine oder andere Medaille verlieren werden." (Alles zum Kanusport).

Platz zwei hinter Ungarn

Hinter Ungarn belegte die DKV-Flotte in der Medaillenwertung nur Rang zwei, doch der Cheftrainer blickt den bevorstehenden Aufgaben optimistisch entgegen. "Wir sind hier nicht abgestürzt. Bis London kriegen wir das alles gut hin", sagte Kießler.

Besonders der Kajak-Bereich bei den Männern lässt hoffen.

Hoff verteidigt Titel

Der Kölner Max Hoff verteidigte seinen Titel in der Königsdiziplin Einer über 1000 m erfolgreich, die Olympiasieger Martin Hollstein/Andreas Ihle (Neubrandenburg/Magdeburg) fuhren im Zweierkajak zum Titel und damit an die Weltspitze.

"Er versucht aus jeder Trainingseinheit das Optimum rauszuholen", lobte Kießler den 27-jährigen Hoff, der für London "noch zulegen" will.

Top-Team für Olympia

Nach den deutschen Meisterschaften am kommenden Wochenende in Köln wird das Top-Team für 2012 gebildet. Dieses genießt besondere Fördermaßnahmen.

"Wer da nicht dabei ist, hat es schwer", sagte DKV-Sportdirektor Jens Kahl.

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