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Britta Heidemann ist in China die behannteste und beliebteste deutsche Sportlerin © getty

Für Olympiasiegerin Britta Heidemann lief die Saison bestens, bis auf die Heim-EM in Leipzig. Bei der WM im Paris will sie Gold.

Köln - Die Hoffnung auf ihren ersten deutschen Meistertitel endete in diesem Jahr im Finale gegen ihre Dauerrivalin Imke Duplitzer.

Auch bei der Heim-EM in Leipzig unterlag sie der späteren Europameisterin: Nun will Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann bei den am Donnerstag beginnenden Weltmeisterschaften in Paris mit einem Titel ihre "fantastische Saison" krönen.

"Ich kann in der Weltrangliste schlecht oben stehen und sagen, ich hätte gerne den vierten oder fünften Platz. Die schönste Medaillenfarbe ist natürlich die goldene", sagt die Degenspezialistin.

"Dass es im Fechten mal gegen mich ausgehen kann, das weiß ich. Es kann früh zu Ende sein. Es wäre umso schöner, wenn das nicht der Fall ist."

"Nur die EM ist nicht gut gelaufen"

Noch so ein frühes Aus wie bei der EM in Leipzig, bei der Duplitzer bereits in der Runde der letzten 32 die Medaillenträume der Leverkusenerin im Sudden Death beendete, will sie nicht noch einmal erleben.

"Die EM war der einzige Wettkampf in diesem Jahr, der nicht so gut gelaufen ist", sagt sie zwar ? dummerweise, war es der, der am meisten wahrgenommen wurde.

Die guten Ergebnisse ansonsten machen sie aber "zuversichtlich", betont Heidemann, die in diesem Jahr zwei Weltcupsiege feierte und in der Weltrangliste weiter die Nummer eins ist.

Seit Jahren stand Heidemann mit beeindruckender Konstanz zumindest einmal im Jahr ganz oben bei einem Großereignis. 2007 wurde sie in St. Petersburg Weltmeisterin, 2008 dann das Karrierehighlight mit dem Olympiasieg in Peking und 2009 der EM-Titel in Plowdiw/Bulgarien.

Aushängeschild des Sports

Ein bisschen mehr als zwei Jahre ist es her, dass sich Heidemann mit ihrem Sieg bei den Olympischen Spielen in Peking ins Rampenlicht katapultierte.

Auftritt folgte auf Auftritt. Die 27-Jährige wurde zum Aushängeschild des Sports.

Unter anderem begleitete die Regionalwissenschaftlerin mit Fachgebiet China Forschungsministerin Annette Schavan bei deren Reise ins Reich der Mitte, danach besuchte sie während der Fußball-WM in Südafrika Hilfsprojekte für Kinder.

Ganz "nebenbei" schloss sie 2009 ihr Studium ab und arbeitet als Projektmanagerin China im Bereich Erneuerbare Energien und Umwelt.

Optimaler Start erhofft

Bei allem Streben nach einem Titel weiß aber auch Heidemann - möglicherweise am besten - dass der Fokus eines Großteils der Öffentlichkeit erst wieder bei den Olympischen Spielen 2012 in London auf den Fechtsport gerichtet sein wird.

Auch deshalb wäre ein gutes Abschneiden bei der WM, bei der es dreifache Punkte für die Weltrangliste gibt, ein optimaler Start für das Qualifikationsrennen für London ? und ein Weg, den EM-Makel auszuradieren.

"Der Fokus liegt bei mir auf der Periode vor den Olympischen Spielen in London", betont Heidemann daher auch.

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