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Katja Wächter wurde in der Saison 2008/2009 Deutsche Meisterin im Damenflorett © getty

Das Florett-Team verliert das kleine Finale in Paris gegen Südkorea mit 42:45. Damit bleibt es bei zwei deutschen WM-Medaillen.

Paris - Das Warten der deutschen Fechter auf die dritte Medaille bei der WM in Paris geht weiter.

Im Teamwettbewerb verpassten die Florett-Damen mit Katja Wächter, Sandra Bingenheimer, Carolin Golubytskyi (alle Tauberbischofsheim) und Martina Zacke (Berlin) durch eine 42:45-Niederlage im "kleinen Finale" gegen Südkorea Bronze.

Der dritte Platz von den Titelkämpfen in Antalya 2009 konnte damit nicht verteidigt werden.

"Die Mädels haben sich trotzdem in der Weltspitze etabliert", sagte Sportdirektor Manfred Kaspar zur Leistung der Weltranglistenvierten. Damit stehen für die Deutschen bei den Titelkämpfen in der französischen Hauptstadt weiter zwei Medaillen zu Buche.

Joppich will nachlegen

Florettfechter Peter Joppich holte am vergangenen Sonntag im Einzel seinen vierten Weltmeistertitel, einen Tag zuvor hatte Säbelfechter Nicolas Limbach Silber gewonnen.

Am Donnerstag greift Joppich, der als erster deutscher Fechter überhaupt zum vierten Mal Einzelweltmeister geworden war, gemeinsam mit Olympiasieger Benjamin Kleibrink im Mannschaftswettbewerb nach seiner zweiten Medaille.

Nachsehen gegen Südkorea

Im Gefecht um Bronze lagen die Deutschen zu Beginn stetig mit ein oder zwei Punkten in Rückstand, ehe Bingenheimer die Deutschen 19:16 in Führung brachte und erstmals einen kleinen Vorsprung herausholte.

Doch die Südkoreanerinnen um die WM-Dritte Hyun Hee Nam blieben dran und so entwickelte sich bis zum Schluss ein enges Gefecht, bei dem am Ende die Deutschen das Nachsehen hatten.

Bei den Sportlerinnen saß die Enttäuschung sehr tief. "Wir haben in der Vorbereitung viel investiert und jetzt fahren wir mit dem undankbaren vierten Platz nach Hause. Es wäre schlimm, wenn wir jetzt nicht enttäuscht wären", sagte Katja Wächter nach der Niederlage.

Und Bundestrainer Lajos Somodi fasst die Stimmungslage im deutschen Team treffend zusammen: "Das tut jetzt gerade weh."

Italien im Halbfinale zu stark

Im Halbfinale standen die deutschen Damen, die bei der Heim-EM in Leipzig Zweite geworden waren, gegen den Titelverteidiger und Topfavoriten Italien allerdings wie im Finale von Leipzig auf verlorenem Posten.

Beim 30:45 gegen die Italienerinnen um Einzel-Weltmeisterin Elisa di Francisca und die dreimalige Olympiasiegerin Valentina Vezzali war das Quartett zwar gut gestartet und führte zwischenzeitlich mit 8:7, doch von der kurzen Schwächephase ließen sich die Favoritinnen beeindrucken.

Italienerinnen räumen ab

Stück für Stück setzten sie sich ab und gewannen am Ende verdient. Bereits im Einzelwettbewerb hatten die Italienerinnen ihre Ausnahmestellung bestätigt und das komplette Medaillenset mit Gold, Silber und Bronze gewonnen.

Im Gegensatz dazu waren die deutschen Fechterinnen ohne Edelmetall geblieben.

"Italien wirft 90 Meter, der Rest nur 75", sagte Kaspar und musste sogar einen Vergleich aus der Leichtathletik bemühen, um die Überlegenheit der Südeuropäerinnen zu verdeutlichen.

Zum Auftakt hatten das Team um die Weltranglistenzwölfte Wächter ihre Pflichtaufgaben souverän gelöst. Einem nie gefährdeten 45:19 gegen Singapur folgte ein 39:31 gegen die Ukraine.

Auch ohne weitere Medaille wurde dem deutschen Team eine besondere Ehre zuteil. Reinhard Schäfers, deutscher Botschafter in Frankreich, empfing am Rande der Titelkämpfe die deutsche Delegation.

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