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Thomas Bach (56) erwägt, anno 2013 als IOC-Präsident zu kandidieren © getty

Mit überwältigender Mehrheit bestätigen die Delegierten Thomas Bach. Auch Uwe Müßiggang und die Darter dürfen sich freuen.

München - Thomas Bach wurde am Samstag in München mit 92 Prozent der Stimmen als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) im Amt bestätigt.

Der 56 Jahre alte Wirtschaftsanwalt, erster Amtsinhaber nach der Fusion zwischen dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) und dem Deutschen Sportbund (DSB) im Jahre 2006, ist damit bis 2014 zum Chef der 27,5 Millionen Mitglieder starken Dachorganisation gewählt.

Ob der Fecht-Olympiasieger von 1976 das Amt vier Jahre ausüben wird, hängt davon ab, ob er 2013 für die Nachfolge von Jacques Rogge als Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) kandidiert.

Nur 20 Nein-Stimmen

"Ich bin sehr glücklich über das Ergebnis, weil es das Vertrauen der Mitglieder ausdrückt und die Geschlossenheit des DOSB zeigt. Entscheidende Bedeutung hat auch die einhellige Zustimmung der Mitglieder für unsere Bewerbung um die Olympischen Winterspiele und die Paralympics 2018 in München. Das ist das richtige Signal an die Bevölkerung", meinte Bach.

Bei 392 abgegebenen Stimmen erhielt er 360 Ja-Stimmen, 20 votierten mit Nein, 12 enthielten sich.

Im Präsidium gab es bei der 6. Mitgliederversammlung nur eine Veränderung. Christa Thiel, die Chefin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), wurde als Nachfolgerin des früheren Turn-Weltmeisters Eberhard Gienger Vizepräsidenten Leistungssport.

Ehrenmedaille für von Weizsäcker

Sie war als Sprecherin der 61 Spitzenverbände die Wunschkandidatin von Thomas Bach. Die streitbare und polarisierende Schwimm-Präsidentin erhielt nur 71 Prozent der 435 Stimmen. 107 votierten gegen sie, 18 enthielten sich.

Wiedergewählt wurden Walter Schneeloch (Vizepräsident Breitensport/Sportentwicklung), Hans-Peter Krämer (Vizepräsident Wirtschaft und Finanzen), Gudrun Doll-Tepper (Vizepräsidentin Bildung und Olympische Erziehung) und Ilse Ridder-Melchers (Vizepräsidentin Frauen und Gleichstellung).

Mit der Ehrenmedaille, höchste Auszeichnung des DOSB, wurde der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker (1984-94) ausgezeichnet. Der 90-Jährige schied auf eigenen Wunsch als Persönliches Mitglied des DOSB aus.

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In diesem Kreis folgt ihm Horst Köhler (67), der im Mai als Bundespräsident zurückgetreten war.

Wie Richard von Weizsäcker wünschte auch Bundesinnenminister Thomas de Maiziere dem DOSB viel Erfolg bei seiner Olympiabewerbung.

"Unsere Bewerbung wird immer besser. Katarina Witt ist die perfekte Botschafterin, Thomas Bach macht sowieso einen hervorragenden Job. Außerdem höre ich von vielen Sportlern aus aller Welt, dass sie 2018 am liebsten nach München kommen würden. Das sollte für den IOC ein zentrales Argument sein", meinte de Maiziere.

De Maiziere versicherte, die Sportförderung des Innenministeriums für 2011 werde trotz der angespannten Haushaltslage des Bundes von gravierenden Kürzungen verschont.

Hohe Weihen für die Darter

Nach einem Entwurf des Bundesinnenministeriums (BMI) soll im Jahr 2011 der Spitzensport mit rund 132,3 Millionen Euro gefördert werden. Das entspricht einer Kürzung im Vergleich zum Vorjahr (138,3 Mio) um 6,0 Millionen.

Als Trainer des Jahres 2010 wurde Uwe Müßiggang geehrt. Der 59 Jahre alte Sachse, seit Saisonbeginn Chefcoach der Biathleten, gewann zuvor als Frauentrainer in 20 Jahren 79 internationale Medaillen, davon achtmal Gold bei Olympia und 24-mal bei einer WM.

Als 62. Fachverband wurde Dart in den DOSB aufgenommen. 34 Verbände gehören zum olympischen Sport, 28 wie die neue Sportart zum nichtolympischen Bereich.

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