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Philip Köster ist in Vargas auf Gran Canaria geboren, spricht aber perfekt deutsch © imago

So selbstbewusst gibt sich Surf-Profi Philip Köster. Bei SPORT1 spricht er über sein Leben und was das Besondere am Surfen ist.

Von Annette Bachert

München - Er gilt als deutsches "Surf-Wunderkind".

Zum "Windsurfer des Jahres 2010" ist er schon gewählt worden, bei den "Action Sports Awards" - und das mit gerade mal 16 Jahren.

Philip Köster verdiente sich die Ehrung, indem er in dieser Saison in der Disziplin "Wave" den dritten Platz auf der PWA World Tour belegte.

Schon im Alter von 14 Jahren stellte er mit einem Sprung von 18 Metern einen Weltrekord auf. Surf-Legenden wie Björn Dunkerbeck prophezeien dem Youngster eine große Karriere.

Im Interview der Woche erzählt Philip Köster, wie er zum Surfen gekommen ist, vom Leben auf Gran Canaria und seinem großen Ziel.

SPORT1: Philip, du bist erst 16 und schon eine Größe in der Surf-Szene. Wie bist du zu dem Sport gekommen?

Philip Köster: Mir blieb fast nichts anderes übrig als dort zu landen: Ich bin auf Gran Canaria geboren und aufgewachsen, meine Eltern führen eine Surf-Schule, unser Haus ist nur wenige Meter vom Strand entfernt. Es macht mir riesigen Spaß - eine perfekte Situation.

SPORT1: War es für dich schon immer klar, dass du Profi werden möchtest?

Köster: Also mein Traum war es auf jeden Fall und seit meiner ersten Weltcup-Teilnahme im Alter von zwölf Jahren, war ich dann sicher.

SPORT1: Was macht diesen Sport für dich aus? Was ist das Besondere daran?

Köster: Das Besondere am Surfen ist, dass der Kreativität und dem Sport an sich nahezu keine Grenzen gesetzt sind. Man kann sehr hoch springen, immer wieder neue Tricks, immer mehr Loops machen.

SPORT1: Gibt es auch Schattenseiten?

Köster: Manchmal ist es bei den Worldcups etwas stressig, aber das gehört ja auch dazu. Das viele Reisen macht mir sehr viel Spaß, obwohl es mir zu Hause doch am besten gefällt. Verletzungen hatte ich bisher nur wenige, höchstens mal Verstauchungen und Prellungen. Insofern kann man da kaum von Schattenseiten sprechen.

SPORT1: Wie würdest du dich selbst beschreiben? Als Mensch und als Surfer?

Köster: Bei Familie und Freunden bin ich eher der ruhige und zurückhaltende Typ. Als Surfer halte ich mich nicht zurück und gebe immer alles. Meistens springe ich auch höher als die anderen.

SPORT1: Wer sind deine Vorbilder?

Köster: Robby Naish und Björn Dunkerbeck.

SPORT1: Dein höchster Sprung war an die 20 Meter heran. Was fühlt man da?

Köster: Das ist unbeschreiblich, ein bisschen wie Fliegen. Etwas mulmig war es mir schon, weil ich auch nicht wusste, wie ich wieder runter komme. Aber so richtig Angst hatte ich noch nie.

SPORT1: Wie sieht ein normaler Tag im Leben von Philip Köster aus?

Köster: Ich stehe gegen neun Uhr auf, schaue aus dem Fenster und wie der Wind ist. Dann gehe ich erstmal so drei vier Stunden Wellenreiten oder Windsurfen. Danach komme ich heim checke E-Mails, esse etwas und nachmittags gehe ich meistens wieder aufs Wasser.

SPORT1: Du hast in diesem Jahr die Schule abgeschlossen. War es schwer die Schule und das Surfen unter einen Hut zu bringen?

Köster: Ja, sehr. Leider hatten meine Lehrer wenig Verständnis für den Sport. Oft musste ich nach wochenlangen Reisen gleich Tests schreiben, die ich dann des öfteren nicht bestanden habe. Aber mit meinem Abschluss bin ich letztendlich zufrieden.

SPORT1: Reicht es nur zu Surfen oder hast du ein richtiges Trainingsprogramm?

Köster: Bis jetzt gehe ich als Ausgleich nur Mountainbiken. Obwohl so ein richtiges Fitnessprogramm eigentlich schon dazu gehört. Aber das kommt bei mir noch.

SPORT1: In diesem Jahr bist du Dritter der PWA World Tour geworden. Was bedeutet das für dich?

Köster: Das war mein bisher bestes Ergebnis und darauf bin ich sehr stolz. Aber ich will Weltmeister werden und das ist eine große Sache. Vielleicht klappt es schon nächstes Jahr.

SPORT1: Was war das Beste, das du im Surf-Zirkus erlebt hast?

Köster: Mein erster Weltcupsieg 2009 in Pozo, Gran Canaria.

SPORT1: Wo kannst du dich noch verbessern?

Köster: Überall. Ich muss lernen die Wellen besser und länger abzureiten und die Sprünge müssen noch verdrehter werden.

SPORT1: Wie erlebst du das wachsende Interesse an deiner Person?

Köster: Ich find's lustig. Und ich weiß, dass es zum Profi-Sein dazu gehört.

SPORT1: Was wärst du heute, wenn du nicht Surfer wärst?

Köster: Dann wäre ich Profi-Mountainbiker. Sport ist für mich einfach das Größte. Etwas anderes kann ich mir gar nicht vorstellen.

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