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Lena Schöneborn gewann vergangene Saison EM-Silber und WM-Bronze © imago

Im Weltcup kommt erstmals die Lasertechnologie beim Schießen zum Einsatz. Schöneborn klagt über ein verändertes Waffengefühl.

Berlin - Ein Hauch von Star Wars soll den Modernern Fünfkampf auf dem Weg in die Zukunft begleiten.

Rauch, Mündungsfeuer und echte Patronen sind Vergangenheit, Lasertechnologie soll die Teildisziplin Schießen sicherer und die Sportart im wahrsten Sinne des Wortes "moderner" machen.

Beim Saisonauftakt am kommenden Wochenende in Palm Springs feiert die neue Technologie ihre Premiere im Weltcup - gravierende Veränderungen für die Sportler inklusive.

"Das ist eine andere Disziplin geworden. Auch wenn die Veränderungen nur minimal sind", sagt Olympiasiegerin Lena Schöneborn vor dem ersten Saisonwettkampf.

"Das Waffengefühl ist ein völlig anderes."

Hohe Anschaffungskosten

Der normale Lauf der bisherigen Waffen wird ausgetauscht und durch eine Vorrichtung für den Laser samt dazugehöriger Elektronik ersetzt.

Beim Schuss knallt es wie bisher, doch für das Publikum vor Ort und Fernsehzuschauer sind Treffer angeblich besser zu sehen. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Allerdings sind die Kosten von mehreren hundertausend Euro für die Anschaffung dieser neuen Technologie gerade für kleinere Verbände nur schwer zu stemmen.

Dem steht als positives Argument gegenüber, dass das neue Sportgerät offiziell nicht mehr als Waffe gilt, wodurch der Weltverband UIPM auf eine größere Akzeptanz hofft.

"Zukunft unseres Sports"

"Es ist ein historischer Moment, dass dieser Wettbewerb mit der neuen Technologie ausgetragen wird", sagte der deutsche UIPM-Präsident Klaus Schormann. "Das ist die Zukunft unseres Sports."

Getestet wurde die neue Technik bei den Olympischen Jugendspielen 2010 in Singapur.

Sie wird auch bei den Olympischen Spielen in London 2012 zum Einsatz kommen. Dort starten die Fünfkämpfer im eindrucksvollen Ambiente des Greenwich Parks, der von den Vereinten Nationen als Weltkulturerbe geführt wird.

Kein Sicherheitsproblem mehr

Durch die Umstellung auf die Laser-Technologie sollen darüber hinaus die Kosten für die Einzeldisziplin Schießen um zwei Drittel gesenkt werden.

"Damit können jetzt alle Länder der Welt unseren Sport betreiben", sagt Schormann. "Wir können die Wettkämpfe in Parks oder sogar Einkaufszentren austragen, weil wir uns keine Sorgen mehr um die Sicherheit machen müssen."

Ob mit alter oder neuer Technologie - das deutsche Aushängeschild Lena Schöneborn geht in Palm Springs als Topfavoritin an den Start.

Im vergangenen Jahr gewann die Weltranglistenerste drei Weltcups sowie das Weltcup-Finale in Moskau. Hinzu kamen noch EM-Silber und WM-Bronze.

WM in Kairo gesichert

Vor dem Start der Weltcupsaison musste die UIPM der aktuellen politischen Lage Tribut zollen. Der eigentlich für Ende März geplante Weltcup in Kairo wurde wegen der instabilen Lage in Ägypten abgesagt.

Über die planmäßige Durchführung der WM im September, die ebenfalls in der ägyptischen Hauptstadt stattfinden soll, wurde noch nicht entschieden.

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