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So feierte Stefan Vuckovic seine Silbermedaille in Sydney 2000 © imago

Triathlon-Ehrenpräsident Martin Engelhardt hat schwere Vorwürfe gegen den Olympia-Zweiten von Sydney 2000 erhoben.

München - Triathlet Stephan Vuckovic, Olympia-Zweiter von 2000 in Sydney, sieht sich schweren Doping-Vorwürfen vom Ehrenpräsidenten der Deutschen Triathlon Union (DTU), Martin Engelhardt, ausgesetzt.

Laut Aussagen von Engelhardt gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" habe Vuckovic 2001 intern den Gebrauch des Blut-Dopingmittels EPO zugegeben.

Vuckovic, der bei der Olympia-Premiere der Triathleten 2000 mit Silber für Aufsehen gesorgt hatte, bestreitet die Vorwürfe vehement.

"Der komplette Inhalt der Vorwürfe ist nicht wahr. Ich werde in der nächsten Woche mit meinem Anwalt Michael Lehner juristische Schritte einleiten", sagte Vuckovic, der sich inzwischen auf die Ironman-Distanzen spezialisiert hat: "Ich vermute dahinter eine Intrige."

"Undurchsichtiger Fall"

Die neue DTU-Präsidentin Claudia Wisser sprach von einem "undurchsichtigen Fall". Es gebe keine Beweise, nur irgendwelche Beschuldigungen, und im Zweifel gelte die Unschuldsvermutung, sagte Wisser und fügte hinzu: "Es ist schon komisch, dass das Ganze zu diesem Zeitpunkt noch mal hochkommt."

Die Vorwürfe von Engelhardt beziehen sich auf das Jahr 2001.

Der Osnabrücker Orthopäde legte in einem als "Gedächtnisprotokoll" bezeichneten Schreiben an die DTU-Verbandsspitze Mitte Oktober dieses Jahres dar, dass nach seiner Kenntnis Vuckovic damals EPO-Doping zugegeben und die damalige Verbandsführung unter Klaus Müller-Ott diesen Fall vertuscht habe.

EPO-Beichte im Krankenhaus?

Es geht um die EM vor sieben Jahren in Karlsbad. Damals wurde Vuckovic vor dem Rennen ins Krankenhaus eingeliefert.

"In der kritischen Situation, als die Ärzte sich nicht die Ursache für dieses Leber-Nierenversagen erklären konnten", habe der Athlet auf nachdrückliches Befragen zugegeben, "dass er sich offensichtlich verunreinigtes oder kontaminiertes EPO gespritzt habe", heißt es in Engelhardts Mail an die DTU.

Bei Vuckovic wurde später die Legionärskrankheit diagnostiziert.

Vuckovic spricht von Intrige

Als Quelle für seine Behauptung nennt Engelhardt Müller-Ott und Andreas Marka, bis heute Teamarzt und Mitglied der DTU-Antidopingkommission. Sowohl Müller-Ott als auch Marka bestritten allerdings gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" den von Engelhardt geschilderten Sachverhalt.

Vuckovic vermutet eine ganz andere Motivation hinter den nun geschilderten Vorwürfen, eben "eine Intrige".

Der 36-Jährige wollte eigentlich im Oktober als Triathlon-Verbandspräsident Baden-Württembergs kandidieren, zog die Kandidatur nach den aufgekommenen Vorwürfen aber schließlich zurück und ließ sich nur zum Sportlichen Leiter wählen.

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