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Heide Ecker-Rosendahl holte bei Olympia 1972 in München zwei Mal Gold © imago

Die Deutsche Sporthilfe ehrt Olympiasiegerin Heide Ecker-Rosendahl. Diskussionen gibt es um ein ostdeutsches Radsport-Idol.

Berlin - Olympiasiegerin Heide Ecker-Rosendahl ist neue Preisträgerin der Goldenen Sportpyramide.

Die frühere Weitspringerin nahm den Preis am Freitagabend im Rahmen einer Benefiz-Gala im Beisein von Bundespräsident Christian Wulff entgegen.

Rund 300 Gäste aus Poltik, Medien, Wirtschaft und Sport waren der Einladung der Stiftung Deutsche Sporthilfe ins Hotel Adlon am Brandenburger Tor gefolgt.

Ecker-Rosendahl gewann bei den Olympischen Spielen 1972 in München Gold im Weitsprung sowie in der 4x100-Meter-Staffel, in dessen spannendem Finale sie DDR-Läuferin Renate Stecher auf Distanz halten konnte.

Brand gehört dazu

Die Leverkusenerin ist bereits die zwölfte Preisträgerin in der Geschichte der Goldenen Sportpyramide.

Dazu gehören Rosi Mittermaier-Neureuther (2001), Manfred Germar (2003), Roland Matthes (2004), Heiner Brand (2007) und Katarina Witt (2010).

Schur nicht berücksichtigt

Diskussionen löste am Abend weiter die Nominierung der 21 Persönlichkeiten für die "Hall of Fame des deutschen Sports" aus.

So wurde etwa das ostdeutsche Radsport-Idol Gustav-Adolf "Täve" Schur nicht berücksichtigt.

Schur hatte in der vergangenen Woche ein Schreiben der Deutschen Olympischen Gesellschaft erhalten, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass er von der Kandidatenliste gestrichen wurde.

Zuvor hatte der Verein für Dopingopfer-Hilfe gegen eine Aufnahme von Schur in die Ruhmeshalle protestiert, da dieser eine "zentrale Propagandafigur des kriminellen DDR-Sports" gewesen sei.

"Wir wollen die Besten ehren"

Michael Ilgner, Sporthilfe-Vorstandsvorsitzender, wies zur Eröffnung der Gala noch einmal auf die Problematik, die eine Bewertung der Sportlerlaufbahnen aus den beiden Teilen Deutschlands mit sich bringe.

"Wir wollen die Besten ehren. Es geht auch darum, die deutsche Geschichte angemessen zu betrachten", erklärte Ilgner.

Auch Werner E. Klatten, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stiftung, ging auf die Debatte ein. "Eine der wenigen Möglichkeiten, die wir haben, mit dem Problem gerecht umzugehen, sind Diskussionen, offene Diskussionen."

Zu den Neuaufnahmen gehören:

Hans-Jürgen Bäumler (Eiskunstlauf), Hugo Budinger (Hockey), Karin Büttner-Janz (Turnen), Heidemarie Ecker-Rosendahl (Leichtathletik), Heinz Fütterer (Leichtathletik), Armin Hary (Leichtathletik), Willi Holdorf (Leichtathletik), Erhard Keller (Eisschnelllauf), Bernhard Kempa (Handball), Marika Kilius (Eiskunstlauf), Ingrid Krämer-Gulbin (Wasserspringen), Willy Kuhweide (Segeln), Martin Lauer (Leichtathletik), Ulrike Nasse-Meyfarth (Leichtathletik), Helmut Recknagel (Skispringen), Eberhard Schöler (Tischtennis), Renate Stecher (Leichtathletik), Georg Thoma (Nordische Kombination), Bernhard Carl Trautmann (Fußball), Lieselotte Westermann-Krieg (Leichtathletik) und Klaus Wolfermann (Leichtathletik).

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