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Leo Kirch studierte Betriebswirtschaft und Mathematik in Würzburg © getty

Medienunternehmer Leo Kirch verstarb im Alter von 84 Jahren. Kirch war einer der einflussreichsten Unternehmer seiner Branche.

München - Medienunternehmer Leo Kirch ist tot.

Er starb am Donnerstagvormittag in München im Alter von 84 Jahren.

"Unser geliebter Ehemann, Vater, Bruder, Dr. Leo Kirch, ist heute im Kreise seiner Familie friedlich verstorben. Wir sind sehr traurig", ließ seine Familie mitteilen.

Leo Kirch litt seit Jahren unter schwerer Diabetes.

Der gebürtige Würzburger war jahrzehntelang einer der einflussreichsten Medienunternehmer in Deutschland und unter anderem Gründer des TV-Senders DSF und der Internet-Seite Sport1.de, den beiden Vorläufern der heutigen Dachmarke SPORT1.

Seit 1956 war er mit seiner Frau Ruth verheiratet, die beiden haben zwei Söhne. Zu seinen Freunden zählte Alt-Kanzler Helmut Kohl, so war Kirch bei Kohls zweiter Ehe sogar Trauzeuge.

Dennoch galt er als äußerst öffentlichkeitsscheu. Jahrelang gab es nur ein einziges bekanntes Foto, auf dem Kirch, wenn auch nur aus großer Entfernung, zu sehen war.

1956 begann Kirch seine Karriere als Filmrechte-Händler. Nach und nach gründete er neben der Firma SiriusFilm diverse weitere Unternehmen, mit deren Hilfe er Filme und Fernsehprogramme vertrieb. Im Laufe der Jahre kam Kirch zu einer Spielfilm-Sammlung von weit über 10.000 Titeln sowie 40.000 Stunden Serien.

1985 gelang ihm ein erster großer Coup, bei dem er sich zehn Prozent am Axel-Springer-Verlag sicherte.

Dank der KirchMedia GmbH Co. KG entstand 1993 das DSF, das im April 2010 zu SPORT1 umbenannt wurde.

Mitte der 1990er-Jahre gründete Kirch den Bezahlfernsehanbieter DF1. Mit verschiedenen Beteiligungen und Firmen kontrollierte er bereits Teile des deutschen und europäischen Medienmarktes.

Im Jahr 2002 musste die Kirch-Gruppe Insolvenz anmelden. Kirch zog sich daraufhin aus dem Unternehmen zurück.

2007 war Kirch wieder da: Mit der Sirius GmbH wollte er ab der Saison 2009/2010 die Vermarktungsrechte für die Fußball-Bundesliga kaufen und garantierte den Vereinen viel Geld. Doch auf Druck des Bundeskartellamts wurde dieser Vertrag seitens der DFL wieder gekündigt.

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