vergrößernverkleinern
Britta Heidemann (r.) hat bei Olympia 2004 die Silber- und 2008 die Goldmedaille gewonnen © getty

Olympiasiegerin Britta Heidemann verpasst Gold bei der EM in Sheffield nur knapp. Youngster Max Hartung holt überraschend Bronze.

Sheffield - Die wiedererstarkte Degen-Olympiasiegerin Britta Heidemann verpasste Gold nur um einen Treffer, Säbelfechter Max Hartung holte überraschend Bronze:

Auch ohne den zweiten EM-Titel (Fiedler: Nach Tapetenwechsel auf Europas Thron ) haben die deutschen Fechter ihre Bilanz bei den Titelkämpfen in Sheffield kräftig aufpoliert.

Olympiasiegerin Heidemann verfehlte dabei im Finale bei der 8:9-Niederlage im sudden death gegen die Schweizerin Tiffany Geroudet den zweiten EM-Titel ihrer Karriere nur denkbar knapp.

Sie schaffte aber erstmals seit ihrem Sieg bei der EM 2009 in Plowdiw wieder im Einzel den Sprung auf das Treppchen eines internationalen Großereignisses.

Und zusätzlich durfte sich der ehemalige Junioren-Weltmeister Hartung über seine erste Einzelmedaille bei den Aktiven freuen. Damit stehen für den Deutschen Fechter-Bund (DFeB) zur Halbzeit der Wettbewerbe je einmal Gold, Silber und Bronze zu Buche.

Drei Mal im sudden death

"Ich hätte gerne den nächsten EM-Titel geholt. Ich bin trotzdem extrem froh. Das war für mich ein toller Erfolg", sagte Heidemann.

Vor der knappen Finalniederlage hatte die Leverkusenerin im Verlaufe des Wettbewerbs zweimal das Aus knapp vermieden und mit ihrer Nervenstärke ihre Konkurrentinnen beeindruckt.

Sowohl im Achtelfinale gegen die Französin Josephine Jacques Andre Coquin (15: 14) als auch im Viertelfinale gegen die Polin Malgorzata Stroka (10: 9) hatte sie erst im sudden death das Weiterkommen perfekt gemacht.

Heidemann stark im Schlussspurt

Gegen die Französin holte sie sogar acht Sekunden vor Schluss einen Zwei-Treffer-Rückstand auf.

Im Halbfinale setzte sie sich dann souverän in einer Neuauflage des olympischen Finales von 2008 gegen die Rumänin Ana Branza 15:10 durch.

Titelverteidigerin Imke Duplitzer (Bonn) war in der Runde der letzten 32 an der Französin Laura Flessel-Colovic gescheitert und konnte damit ihren Triumph aus dem vergangenen Jahr bei der Heim-EM in Leipzig nicht wiederholen.

Hartung sichert Bronze

Für Max Hartung war erst im Halbfinale gegen den alten und neuen Europameister Alexej Jakimenko mit 10:15 Endstation.

Mit einem souveränen 15:10 gegen den ehemaligen EM-Titelträger Alexander Bujkewitsch aus Weißrussland hatte er sich zuvor den Einzug in die Runde der letzten Vier und die damit verbundene Medaille gesichert.

Ein Urschrei dokumentierte seine Freude. Die Zahl der Gratulanten aus dem deutschen Team war dementsprechend groß. "Ja, geil", hatte Hartung seinen Halbfinaleinzug und die damit sicher feststehende Medaille im ersten Freudentaumel einfach wie treffend kommentiert.

Limbach ohne Medaille

Ein Duell in der Runde der letzten Vier gegen seinen Dormagener Vereinskollegen und WM-Zweiten Nicolas Limbach blieb ihm aber verwehrt.

Limbach, der seit der EM 2009 in Plowdiw bei jedem Großereignis auf dem Treppchen stand, verlor sein Viertelfinalgefecht gegen Jakimenko denkbar knapp mit 14:15.

"Schade, dass Nico verloren hat. Ich hätte gerne gegen ihn gefochten", sagte Hartung, der seine Niederlage nach kurzer Zeit halbwegs verschmerzt hatte.

Starke Leistung gegen Ex-Champion

Souverän hatte sich der 21-Jährige durch das Tableu gefochten und dabei die Arrivierten das Fürchten gelehrt.

Nach Siegen gegen Pawel Bykow (Russland) und Diego Occhiuzzi (Italien) hatte im entscheidenden Gefecht um den Halbfinaleinzug Bujkewitsch keine ernsthafte Chance.

Die anderen deutschen Starter Monika Sozanska (Heidenheim/Platz 20), Ricarda Multerer (Heidenheim/27) als auch Björn Hübner (Tauberbischofsheim/21) und Benedikt Wagner (Dormagen/36.) griffen nicht in die Medaillenvergabe ein.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel